Maßnahmen im Überblick Ende des Chaos? Der Zukunftsplan für die Münchner S-Bahn

Neben Einstiegslotsen sollen GPS-Ortung, Einzäunung und eine Countdown-Uhr für Zugführer das Chaos bei der Münchner S-Bahn eindämmen. Foto: Sven Hoppe/dpa

Etwa 80 Maßnahmen sollen helfen, Störungen zu verhindern und den Betriebsablauf zu beschleunigen. Das sind die Pläne gegen das Verkehrschaos in München

 

München - Die S-Bahn hat momentan keinen Lauf. Erst die Großstörung am Montag. Und dann dieses famose Pech einen Tag darauf. Da wollte die Bahn im Betriebshof in Steinhausen bei einer Pressekonferenz erklären, wie sie das Münchner Netz zukunftsfähig machen will. Wegen einer erneuten Störung war dort mit der S-Bahn jedoch kaum ein Hinkommen.

Der neue S-Bahnchef Heiko Büttner machte aus seiner Unzufriedenheit deshalb keinen Hehl. "Wir sind bei der Qualität nicht da, wo wir sein wollen", gab er unumwunden zu. Die S-Bahn sei leider immer noch genauso störanfällig wie bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr. "Unsere Fahrgäste erwarten da mehr", sagte Büttner.

Aktionsprogramm über mehrere Jahre

Um die Zahl der Störungen zu reduzieren, hat die Bahn deshalb ein mehrjähriges Aktionsprogramm aufgelegt. Etwa 80 Einzelmaßnahmen sind vorgesehen. Die AZ erklärt die Kernpunkte:

  • Einzäunung: Hauptgrund für Störungen sind Personen im Gleisbereich. Alleine vergangenes Jahr gab es 320 solche Fälle – also fast jeden Tag einen. Für knapp eine halbe Millionen Euro hat die Bahn deshalb begonnen, die Stammstrecke einzuzäunen. 97 Prozent sind bereits geschafft. Der Rest soll bald folgen.
  • Einstiegslotsen: Für die Abfertigung sind bei der S-Bahn pro Bahnsteig 30 bis 40 Sekunden vorgesehen. Zu den Stoßzeiten dauert es allerdings meistens länger, bis alle Leute eingestiegen sind. Sogenannte Einstiegslotsen sollen künftig deshalb dafür sorgen, dass sich die Fahrgäste besser auf dem Bahnsteig verteilen. Im April soll’s am Hauptbahnhof losgehen, im September am Marienplatz. Zeitersparnis: bis zu vier Sekunden je Halt.
  • Countdown: Bei der U-Bahn in Hongkong hat sich die Münchner S-Bahn noch etwas anderes abgeschaut: Eine Countdown-Uhr für den Zugführer soll zusätzlich sicherstellen, dass die 30 bis 40 Sekunden pro Bahnsteig eingehalten werden. Vermutete Zeitersparnis: ein bis zwei Sekunden je Halt.
  • GPS-Ortung: In der Nahverkehrs-App "München Navigator" wird künftig die genaue Position des (verspäteten) Zuges angezeigt.

Es sollen noch viele weitere Neuerungen folgen. So wird zum Beispiel gerade auch ein Ballon-Abfangsystem erprobt, das verhindern soll, dass entfleuchte Luftballons – wie bereits vorgekommen – die Oberleitungen kurzschließen. Man sieht: Stellschrauben, an denen man drehen kann, gibt es bei der S-Bahn noch genügend.

 

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