Marienplatz Gegen Rassismus: München steht auf!

Der Zeigefinger bleibt unten: Mit viel Musik will ein Aktionsbündnis am Samstag in Münchens City gegen Rechte mobil machen

 

München Der Alltags-Rassismus muss raus aus den Köpfen. Dieses Ziel hat sich ein bunt zusammengewürfelter Haufen zu eigen gemacht. Und will deshalb am Samstag, 23.März, um 13 Uhr so viele Münchner wie möglich auf dem Marienplatz für das Thema sensibilisieren. Mit Kultur und Informationen statt mit erhobenem Zeigefinger.

Die Veranstalter von „München ist bunt!” bekommen prominente Unterstützung. Sebastian Krumbiegel von den „Prinzen” hat ebenso wie Alt-OB Hans-Jochen Vogel und Wolfgang Huber von der Weiße-Rose-Stiftung sein Kommen angesagt.

Sorgen macht man sich derzeit noch um Martin Löwenberg. Der Holocaust-Überlebende ist krank, hofft aber, bis Samstag wieder auf die Beine zu kommen.
München als Schauplatz einer Anti-Rassismus-Aktion, das passt in vielfacher Hinsicht. Auch weil Neonazis und rechte Rattenfänger in der einstigen „Hauptstadt der Bewegung” immer noch ein großes Problem sind. Auch unter den Fußball-Fans.

„Wir hätten uns gerne schon wieder aufgelöst”, erklärt Ulla Hoppen von „Löwen-Fans gegen Rechts”. Aber das wäre verfrüht, sagt sie. Zwar sei der Verein aufgewacht, habe mit Norman Bordin auch einem der Anführer der Szene die Vereinsmitgliedschaft verweigert, aber immer noch tummle sich die rechte Szene im Löwen-Block 132.

Trotzdem: Man will ohne den sprichwörtlichen erhobenen Zeigefinger auskommen, und dabei so viele Menschen wie möglich aus der „Mitte der Gesellschaft” ansprechen.

Das gelingt am besten, wenn man nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam ist. Für die Unterhaltung sorgen unter anderem Kabarettist Ecco Meineke, „Freudentanz” – ein ganz spezielles Tanzprojekt von Jugendlichen aus Flüchtlingsunterkünften – Les Derhosn, die Break’n’Ball-Show, Ebow X, die Münchner Ruhestörung und Hello Gravity.

Informationen gibt es in den Gesprächsrunden zu den Themen „Flüchtlinge in München”, „Fußball ohne Diskriminierung” und „Alltäglicher Rassismus”. Ein spannendes Programm.

Unterstützung bekommen die Münchner aus dem hohen Norden. Die Hamburger Initiative „Laut gegen Nazis” hat „Wir stehen auf” ins Leben gerufen. Und freut sich, dass man heuer auch an der Isar aufsteht, sagt Jörn Menge. Am liebsten zu tausenden.

 

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