Margot und Günter Steinberg Stiftung "Münchner Herz"​​​​​​​: Wiesn-Wirte helfen in verschiedenen Lebenslagen

Haben ein Münchner Herz (v.l.): die Wiesn-Wirte Günter und Margot Steinberg mit ihren Mitarbeitern Ruth Möller und Bülent Askar. Foto: Sigi Müller

Die Wiesn-Wirte Margot und Günter Steinberg helfen mit ihrer Stiftung "s Münchner Herz" Menschen in ganz verschiedenen Lebenslagen.

 

München - Vor Kurzem erst hatte ich eine Fotoausstellung in der Galerie Roucka in Altschwabing. Thema: die "blaue Stunde". Und da ich vor einigen Jahren ein Buch darüber gemacht hatte, wollte ich einige Exemplare für einen guten Zweck stiften. "Kennst du das Münchner Herz?", fragte Wolfgang Roucka. Ich verneinte, machte mich dann aber schlau. Da die Gründer, die Wiesn-Wirte Margot und Günter Steinberg, unter den Gästen waren, kamen wir ins Gespräch. Mein Interesse war geweckt.

Münchner Herz: Günter und Margot Steinberg sind die Gründer

Vor ein paar Tagen also besuchte ich das "Perlacher Herz" – und ich war begeistert, was hier alles aufgebaut worden ist. Das Motto, unter dem die Steinbergs begonnen haben, heißt: Kinder führen, Jugendliche begleiten, Familien unterstützen und Senioren beteiligen. Klingt nach einem perfekten Konzept.

Damit fing alles an und die Sache wuchs und gedieh im Laufe der Jahre. Heute gibt es allein im Perlacher Herz elf festangestellte Mitarbeiter und 60 ehrenamtliche Helfer. Angeboten werden Hausaufgabenhilfe und Lernförderung. 30 Schüler kommen regelmäßig, ab und zu wird gekocht und es gibt selbstgebackene Kuchen.

30 Schüler kommen täglich

Das Highlight ist sicherlich der Garten mit Spielecken und Beeten, hier pflanzen die Kinder selbst und es ist jedes Mal eine Freude, wenn die ersten Erdbeeren verputzt werden können. Oder die Tomaten, Kräuter und noch vieles mehr. Ein Stück weiter steht ein Hühnerstall und mitten drin auch noch neun Bienenstöcke. Die Kinder reißen sich jedes Mal darum, die Eier im Stall zu suchen. Und dank der Bienenstöcke, betreut von einem Imker, gibt’s eine Menge erstklassigen Honig, der wieder verkauft werden kann.

Auch eine Werkstatt ist eingerichtet. Hier wird mit der Arbeitsagentur zusammengearbeitet – drei Langzeitarbeitslose haben so eine neue Arbeit gefunden. Es wird repariert, was die Leute bringen, und ab Herbst wird es Kurse für Kinder geben. In einer schmucken Boutique werden gespendete Kleider für günstiges Geld angeboten, außerdem einen Tanzraum, in dem regelmäßig Tanzkurse stattfinden. Auch Keramikkurse und Frauenfrühstück wird angeboten, es gibt ein kleines Tonstudio, einen Sportraum – und bestimmt habe ich hier noch was vergessen.

Angebot im Münchner Herz ist groß

Bülent Askar, ein Mitarbeiter im Perlacher Herz, ist nur ein paar Straßen weiter aufgewachsen, er kennt die Probleme der Kinder und Jugendlichen, aber auch die Alterseinsamkeit vieler Anwohner.

Einige Stadtteilherzen gibt es schon – und es sollen noch mehr werden. So sind Helfer, die sich persönlich einbringen wollen, immer willkommen. Aktuell wird ein Bus benötigt, mit dem die Kinder auch einmal gefahren werden können, oder mit dem Material transportiert kann. Vielleicht findet sich ein Sponsor.

Ich kann nur sagen, dass ich schwer beeindruckt war. Von der Idee – und noch mehr von der Umsetzung.

 

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