Marani Georgien überrascht

Kellnerin Tamo präsentiert den gemischten Vorspeisenteller Zivi kerdziebis asorti. Foto: Daniel von Loeper

Was isst man dort eigentlich? Der AZ-Reporter hat die schmackhafte Antwort im Marani in der Leonrodstraße gefunden.

 

Neuhausen - Georgien. Über das Land am östlichen Ufer des Schwarzen Meeres wissen viele nur wenig. Über die georgische Küche wahrscheinlich noch weniger und das ist für uns Grund genug, einen Abend im georgischen Restaurant Marani in der Leonrodstraße zu verbringen – mit großer Neugier und Appetit.

Das Marani ist von außen recht unscheinbar und auch im Inneren setzt sich dieser Eindruck fort. Schick und modern ist etwas anderes, aber trotzdem wirkt das Lokal mit seiner runden Deckenverzierung aus Holz gemütlich. Während wir noch nach der Bedeutung des Wortes Marani suchen, ist auch schon der freundliche und leicht konfus wirkende Kellner mit der Karte zur Stelle.

Da Marani übersetzt Weinkeller bedeutet und Georgien als Geburtsland des Weines gilt, fällt die Wahl auf eine Flasche Saperavi (0,75l für 20,50). Der Kellner bringt uns die Flasche bereits entkorkt, was andernorts wohl als Servicefehler angekreidet würde, dem Rotwein allerdings keinerlei Abbruch tut. Er schmeckt vollmundig und absolut ausgewogen.

Der warme Vorspeisenteller (Zxeli kerdzebis asorti für 12 Euro) kommt prompt an den Tisch. Aufgrund der Größe könnte man auch von einer Tafel für zwei sprechen, denn auf dem Teller türmen sich diverse Spezialitäten wie gebackene Champignonkappen, Austernpilze mit einer feinen Note von Petersilie, Schalotten und Koriander sowie eine Art Kohlroulade und noch etwas, was wir beim besten Willen nicht identifizieren können. Mithilfe der Speisekarte ergeben die Ermittlungen, dass es wohl nur Blintschikebi sein können. Hinter diesem Wort verstecken sich gebratene Pfannkuchenrollen mit Hackfleischfüllung. Die Vorspeise in all ihren Facetten macht geschmacklich einen bodenständigen Eindruck und überrascht hier und da mit besonderen Aromen.

Auch die Portion der Lammspieße mit Mirabellensoße (Batknis Mzvadi für 13,50 ) ist ähnlich üppig bemessen, nur der Teller mit „Satzivi“ wirkt etwas verloren. Der Kellner war bei der Bestellung etwas erstaunt, da es sich bei dem Gericht wohl eher um eine Art kalten Zwischengang handelt, doch das Putenfleisch in Walnusssoße schmeckt absolut vorzüglich.

Bei Verlassen des Lokals stellen wir fest: Die georgische Landesküche verdient definitiv mehr Beachtung.

Leonrodstraße 73, Telefon 415 526 73, Montag bis Freitag von 11 bis 14 und von 17.30 bis 0 Uhr, Samstag 17.30 bis 0 Uhr, Sonntag 12 bis 0 Uhr, www.marani-muenchen.de

 

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