Marais Soir Omas Oliven-Risotto

Drei Zimmer, ein Konzept: Das „Marais Soir“ in der Schwanthalerstraße besteht aus sehr unterschiedlichen Räumen, die jeweils durch einen eingezogenen Torbogen voneinander getrennt sind. Foto: Petra Schramek

Das „Café Marais“ im Westend hat jetzt eine kleine Schwester. Das „Marais Soir“ direkt gegenüber hat eine „südeuropäische Crossover-Küche“ und bietet feine Vier-Gänge-Menüs für 45 Euro an.

Riccardo Asti möchte – natürlich – nicht, dass er oder sein Restaurant mal für eine vergleichsweise einfache Speise wie diese berühmt werden. Doch wenn es etwas gibt, das er geradezu perfekt zubereiten kann, dann ist das: ein sämiges Risotto. „Mein erstes habe ich in Italien gekocht, als ich neun Jahre alt war“, sagt er. „Meine Oma hat es mir beigebracht.“

Ein Risotto findet sich also häufiger auf der Karte des „Marais Soir“ im Westend. Wobei Karte das falsche Wort ist, denn eine Karte gibt es hier nicht. Jeden Tag kochen Asti und Alexander Leicht etwas anderes. Was genau, erfährt man als Gast erst, wenn man an seinem Platz sitzt und eine der charmanten Bedienungen mit der großen Tafel anrückt.

Auswählen kann man in der Regel zwischen vier Vor- (7 bis 15 Euro) und vier Hauptspeisen (22 bis 28 Euro), zwei Zwischengerichten (12 bis 14 Euro) und einer Handvoll Desserts (7 bis 13 Euro). Oder man entscheidet sich für das Vier-Gänge-Menü ( 45 Euro exklusive Getränke).

Der Preis dürfte Freunden des „Café Marais“ bekannt vorkommen. Das Marais Soir ist die konsequente Weiterentwicklung der Idee, alle paar Wochen mal abends ein Vier-Gänge-Menü in einem Tagescafé anzubieten. Asti und seine Frau Alexandra Baumann waren Mitinhaber des Cafés, nun haben sie sich selbstständig gemacht.

Nach reiflicher Überlegung allerdings erst. Denn als ihnen der Besitzer des Gebäudes an der Schwanthalerstraße die Räume im Erdgeschoss anbot, konnten sie in etwa erahnen, wie viel Arbeit es kosten würde, den Pizza-Getränke-Kiosk mit angeschlossenem Internetcafé in ein hübsches Lokal zu verwandeln. „Der leere Raum hat mich erst einmal überfordert“, sagt Alexandra Baumann. Sie und ihr Mann heuerten einen Innenarchitekten an und entwickelten ein Drei-Räume-Konzept, das sich nach vier Monaten Umbau sehen lassen kann.

Gerade der Raum links fällt auf, ist er doch schwarz gestrichen und von einer Lichtinstallation in Form eines Mondes beleuchtet. Er ist, wie der in warmen Farben gehaltene Saal rechts, durch einen falschen Torbogen von der Bar im neutral gehaltenen Eingangsbereich abgetrennt.

Gegessen wird überall das Gleiche. „Meine Küche ist eine moderne südeuropäische Crossover-Küche“, sagt Riccardo Asti, der sich als Küchenchef vom „Les Cuisiniers“ im Lehel einen Namen gemacht hat. Er will für Leute kochen, die sich „etwas Besonderes gönnen wollen, ohne astronomische Preise dafür zu bezahlen“. Etwa ein Oliven-Risotto mit Jakobsmuscheln für 13,50 Euro.


Schwanthalerstraße 131, Mo. bis Sa. ab 18 Uhr, Tel. 62838662 

 

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