Makula Exotische Experimente

Mit Maniok- oder Yamswurzeln, Kochbananen und Chili kennt sich Robert Ahiagba aus. Foto: Gregor Feindt

Das „Makula“ im Schlachthofviertel bietet einen Mix aus bayerischer und afrikanischer Küche. Es lebt von seinem togolesichen Koch Robert Ahiagba – einem ehemaligen Rugby-Profi.

Als Robert Ahiagba 1994 nach München kam, um auf dem neuen Flughafen in der Gastronomie zu arbeiten, da wusste er längst, was ein Kartoffelsalat ist und was eine Weißwurst. Als Kind hat er die bayerische Küche in Lomé kennengelernt, der Hauptstadt der ehemaligen deutschen Kolonie Togo.

Mittlerweile ist Ahiagba ausgebildeter Koch. Seit 2007 hat er sein eigenes Catering-Unternehmen und seit Anfang November das „Makula“. Nun würde man ja meinen, dass er hier ausschließlich die Küche seiner Heimat zelebriert, doch weit gefehlt: „Die bayerische Küche kann ich besser.“

Ahiagbas Ziel ist es denn auch, die „westafrikanische Küche mit der bayerischen zu verbinden“. Wobei er auch davon spricht, eine „kulinarische Reise durch ganz Afrika“ anzubieten: Sein zweiter Koch stammt nämlich aus dem ostafrikanischen Kenia.

Vielleicht muss man experimentierfreudig sein, um im Makula zu essen: Eine feste Karte gibt es (vorerst) nicht. Mittags schreibt Ahiagba eine oder zwei Tagessuppen auf eine Tafel (zum Beispiel eine scharfe Rinderbrühe für 1,80 Euro die kleine, 3,80 Euro die große Portion), dazu ein Tagesgericht mit Fisch oder Fleisch für 6,90 Euro. Abends stehen mindestens drei Gerichte zur Auswahl, karamellisierte Kochbananen mit Habanerodipp für 7,50 Euro etwa, eine Bohnenkokospolenta auf Tomatensauce für 7,90 Euro oder ein Rinderfilet mit Maniokgrieß für 16,90 Euro.

Grundsätzlich gilt: „Wir Afrikaner essen wirklich scharf“, sagt Ahiagba. Er selbst kocht aber relativ mild und stellt seinen Gästen lieber das hausgemachte Chili-Öl auf den Tisch.

Was auch immer man im Makula bestellt, eines sollte man auf jeden Fall tun: mit dem Chef quatschen. Er hat immer eine gute Geschichte auf Lager über seine Zeit als Profi-Rugbyspieler in Ghana, über klebrige Okra-Schoten, den Geruch der Yams-Wurzel oder eine Gericht, das es in Lomé an jeder Ecke gibt, das er aber nie in München anbieten will: „Puten-Arsch“.


Dreimühlenstraße 14, Mo. bis Sa. 11 Uhr – 14.30 Uhr und 18 – 23 Uhr, Tel. 13941213

 

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