Mahnende Worte beim Abgang Münchens Polizeivizepräsident Werner Feiler: Abschied unter Tränen

Der neue Polizeivizepräsident Norbert Radmacher (l.) mit Ehefrau Barbara, Innenminister Joachim Herrmann sowie Christine und Werner Feiler. Foto: Polizei

Werner Feiler verlässt das Münchner Polizeipräsidium in den Ruhestand mit mahnenden Worten. Als er über eine schwerst verletzte Kommissarin spricht, ringt er sichtlich bewegt um Fassung.

 

München – "Wir sehen die Abgründe menschlicher Existenz", sagt Werner Feiler. "Polizist, das ist kein Job, das ist eine Berufung."

Nach fast 45 Jahren als Polizist ist Werner Feiler gestern mit einem Festakt im Jagd- und Fischereinmuseum in den Ruhestand verabschiedet worden. Der scheidende Vizepräsident nutzte in Anwesenheit von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Gelegenheit, um für Unterstützung für die Kollegen zu werben. "Polizisten in der Großstadt sind übermäßiger Belastung ausgesetzt", betont er. "Sie riskieren ihr Leben."

Feiler kritisiert Gewalt gegen Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei

Als Feiler an eine Kollegin erinnert, die im S-Bahnhof Unterföhring bei einem Einsatz 2017 von einem psychisch Kranken in den Kopf geschossen wurde, laufen ihm Tränen übers Gesicht. Jessica L. (27) liegt noch immer im Wachkoma, wird wohl nie ganz gesund.

Scharf kritisiert Feiler Angriffe auf Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei. Sie seien mit Nichts zu rechtfertigen. "Ich habe das Gefühl", so Feiler, "dass Menschen sich immer mehr auf eigenes Recht zurückziehen. Pflichten scheinen in den Hintergrund zu treten." Sein Nachfolger wird zum 1. März Norbert Radmacher (43), Jurist und Polizist, Vater von drei Kindern.

 

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