Mahlefitz Forschung an der Bohne

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Peter Schlögl-Ensafi, Mojgan Ensafi und Sebastian Löscher auf ihrem Schatz: Kaffeesäcken aus Panama. Foto: Petra Schramek

Für Peter Schlögl-Ensafi und Sebastian Lösch ist Kaffeekochen eine Wissenschaft. Das Kaffeetrinken hingegen wird in ihrem neuen Rösterei-Café zu einem entspannten Erlebnis.

Der Kotowa Wine schmeckt intensiv. Er hat Aromen von Mango, Maracuja und Aprikose – und eine weinartige Säurestruktur mittlerer Intensität. Der Kotowa Wine ist allerdings gar kein Wein, sondern ein Kaffee aus Panama, so hell, dass er einen an Tee erinnert. 

 
150 Kaffees haben Peter Schlögl-Ensafi (45) und Sebastian Lösch (30) geröstet und verkostet, bis sie ihre fünf Kaffeesorten gefunden hatten. Jetzt rösten sie die Kaffeebohnen in ihrem eigenen Laden, dem Mahlefitz. Sie brühen den Kaffee exakt 90 Sekunden lang auf und servieren ihn gerne mit ein paar Bemerkungen zu Geschmack und Herkunft.
 
Wobei der Name Mahlefitz irreführend ist. Wer hier gemahlenen Kaffee kaufen möchte, dem verkauft Schlögl-Ensafi eine Kaffeemühle. Denn gemahlen verliert der Kaffee schnell seine Aromen. Die Kaffeebohnen gibt es in einer 250-Gramm-Tüte mit einem kleinen Ventil, so dass die Bohnen nicht altern können. 
 
Kaffeetrinken ist im Mahlefitz mehr als nur ein Wachmacher, es ist Genuss. „Wir sind Pioniere, weil die breite Masse schlechten Kaffee trinkt. Die Leute kennen nur den extrem röstigen Geschmack, den sie durch Zucker und Milch kompensieren“, sagt Schlögl-Ensafi. Im Mahlefitz wird mit einem High-Tech-Gerät und Heißluftstrom geröstet. Entgegen der klassischen Röstung wird von innen nach außen geröstet, deshalb ist der Kaffee auch heller. 
 
„Ich mag keinen röstigen Kaffee, denn das Röstaroma übernimmt den Geschmack und übertüncht die eigentlichen Aromen“, sagt Lösch. Schon als Teenager hat er sich mit Kaffee beschäftigt, einen Blog im Internet geschrieben und so Peter Schlögl-Ensafi kennen gelernt. Drei Jahre später stehen sie in ihrer Rösterei mit angeschlossenem Café und wollen den Münchnern einen ordentlichen Kaffee servieren. 
 
Wer glaubt, Kaffee sei Kaffee, der soll nach einer Verkostung fragen. Im Menü mit dem Namen „Aufbereitungsart“ (7 Euro) kann man den Geschmack zwischen washed und natural erschmecken, beim Milch-Menü (5 Euro) wird die Geschmacksveränderung eines Espressos demonstriert, wenn geschäumte Milch dazukommt. Und natürlich kann sich hier jeder einen Kaffee (2,50 Euro) oder einen Cappuccino (3,50 Euro) bestellen und dazu einen der frischen Kuchen (3,50 Euro) aus der Vitrine aussuchen. Nur eines sollte man auf keinen Fall tun: Einen Kaffee bestellen – und dann nach Milch und Zucker fragen. 
 
Nymphenburger Straße 51, Mo. bis Fr. 8-18 Uhr, Sa. 9-17 Uhr, www.mahlefitz.de,  Tel.: 452 137 63
 

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