Machtkampf beim TSV 1860 Nach Bashas Attacke: Jetzt spricht Rejek

Löwen-Geschäftsführer Markus Rejek (l.) und Sponsorenvertreter Noor Basha. Foto: sampics / Stefan Matzke

Löwen-Geschäftsführer Markus Rejek hat sich zur Krise des TSV 1860 geäußert und alle Beteiligten dazu aufgefordert, zum Wohle des Vereins zu handeln. "Ich kann nur appellieren, dass sich jetzt jeder zurücknimmt"

 

München - Der TSV 1860 ist nach der ersten Pleite unter dem neuen Trainer Torsten Fröhling in der Krise. "Die Lage ist prekär", sagte Vize-Kapitän Daniel Adlung nach der 2:3-Heimniederlage gegen den SV Sandhausen. Das gilt nicht nur die die Tabellen-Situation: Präsident Gerhard Mayrhofer und Noor Basha gehen sich seit längerer Zeit offensichtlich aus dem Weg. Die nächtliche Twitter-Aktivität des Cousins von Investor Hasan Ismaik kann den Löwen-Bossen kaum gefallen haben.

Die Süddeutsche Zeitung führt Bashas Tweet ("Wenn irgendjemand plant oder schon geplant hat, uns aufzuhalten, können wir ihn in einer Sekunde vernichten") auf das Zerwürfnis von Mayrhofer und den Ismaik-Statthalter zurück und zitiert Löwen-Geschäftsführer Markus Rejek mit den Worten: "Ich kann nur appellieren, dass sich jetzt jeder zurücknimmt. Es geht momentan überhaupt nicht um die Interessen einzelner Personen." Rejeks Flehen um das Besinnen auf das Wesentliche.

Der Geschäftsführer kreidet an, was in der Vergangenheit schon bereits in regelmäßiger Häufigkeit ein Problem der Löwen war: Die Protagonisten stellen das Wohl des Vereins nicht über ihre persönliche Eitelkeiten. Offenbar geschieht dies auch in der Gegenwart nicht."Jeder, der das nicht tut, handelt nicht im Sinne von Sechzig. Dessen muss er sich bewusst sein", sagt Rejek.

Offensichtlich ein Adressat des Appells: Noor Basha. Der ist derzeit auf Jobsuche - nach der vor gut zwei Wochen offiziell bestätigten Übernahme der Vermarktung des TSV 1860 durch Infront hat sich Ismaiks Vermarktungsagentur HI² mit Basha als Sponsorenvertreter zurückgezogen, laut Rejek werde Basha weiterhin Ismaiks verlängerter Arm in München sein, aber dazu eine weitere Funktion übernehmen. Das ist bisher nicht passiert.

"Natürlich gilt es, für Noor eine passende Aufgabe zu finden, aber das müssen wir intern klären", sagt Rejek. Das von den Löwen derzeit ausdauernd gepredigte Motto "Gemeinsam für Sechzig", um die Fans ins Stadion zu locken, es scheint in der Führungsetage in diesen Tagen nicht zu funktionieren.

Dabei zähle für Rejek angesichts der Löwen-Krise und nur noch zwei Punkten Vorsprung auf Schlusslicht VfR Aalen derzeit nur eines: der Klassenerhalt. Daher müsse man auch "die Fehleranalyse und Diskussion hinten anstellen." Es gehe darum, "die richtigen Fragen zu stellen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, aber wir sind in einer Situation, in der es sich verbietet, das öffentlich zu tun."

Eine weitere Sorge des Geschäftsführers: Die Lizenzierungsunterlagen für kommende Saison müssen bis spätestens 16. März, 15.30 Uhr eingereicht werden, sprich kommenden Montag. Finanziell sei es möglich, in zweiter Liga zu bleiben, versichert Rejek. Wie tief Ismaik dabei in die Tasche greifen muss und ob Bashas Einbindung dafür die Voraussetzung sei, sagte er nicht.

 

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