"Ludwig I. würde in seinem Grab kreisen" Wegen Sanierung: Glyptothek für zwei Jahre geschlossen

Spiegelung am Königsplatz. Eines der beiden antiken Museen ist nun für ein Jahr geschlossen. Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Glyptothek am Königsplatz muss dringend saniert werden – bis 2020 bleibt sie geschlossen. Die AZ erklärt, was sich ändert.

 

Maxvorstadt - Wer die Glyptothek am Königsplatz von außen sieht, vermutet kaum, wie nötig das Museum eine Renovierung hatte. Aber hinter den Säulen von Münchens ältestem Museum verbergen sich eine Vielzahl von Mängeln, die dringend ausgebessert werden müssen.

"Die ganze Elektrizität: Brandmelder, Einbruchsicherung, all das funktioniert nur noch sehr bedingt und muss dringend überarbeitet werden", sagt Sammlungsdirektor Florian Knauss, ihn schaudert es beim Gedanken an die ungesicherten Kunstwerke. Seit der Wiedereröffnung des Museums bei den Olympischen Spielen 1972 wurden keine größeren Arbeiten mehr am Bau vorgenommen.

Das ändert sich konkret nach dem Umbau

Doch nun wird saniert, und zwar nicht nur die Elektrik: Die Glyptothek wird endlich barrierefrei. Auch die Fassade wird überarbeitet und in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. "Seit dem Bau 1830 gab es mehrere Fassadenveränderungen, aber die waren alle nicht sehr gut geplant oder originalgetreu", erläutert Knauss. Wenn der damalige Auftraggeber und der Architekt die Fassade heute sehen könnten, "da würden Ludwig I. und Klenze in ihren Gräbern kreisen".

Trotzdem, so viel Neues werden die Besucher des Museums wohl nicht bemerken, denn gerade der Innenraum und die Ausstellungen sollen in ihrem jetzigen Zustand erhalten bleiben, nun aber auch gänzlich barrierefrei zugänglich sein.

Eschen im Innenhof müssen entfernt werden

Eine Entscheidung, die Museumsbesucher aber wohl bedauern werden, ist die Entfernung der Eschen und des Efeus im Innenhof. Das Eschensterben, das auch vor dem Museum keinen Halt macht, hat die Bäume befallen, sie müssen also gefällt werden. Ersetzt werden sie wohl mit Japanischen Schnurbäumen, die ähnlich aussehen. Der Efeu wird durch Kletterrosen ersetzt. Diese beschädigen die Fassade weniger und sind leichter zu kontrollieren.

Der gesamte Umbau wird laut Knauss um die 17 Millionen Euro kosten, ein Teil der Exponate geht während der Arbeiten auf Reisen: So werden ein paar Werke der Glyptothek in Wien, Kopenhagen und Berlin zu sehen sein.

Wiedereröffnung im Jahr 2020

"Die Schließung des Museums ist für viele ein schmerzhafter Einschnitt, doch nach der Sanierung wird es sich noch einladender präsentieren als zuvor und hoffentlich für die nächsten 50 Jahre gerüstet sein", so Knauss. Am 13. Oktober 2020 wird die Glyptothek wiedereröffnet. Wer sich bis dahin nicht gedulden kann, sollte in die gegenüberliegende Antikensammlung schauen: Die hat auch antike Statuen, auch ein Café und würde, wie die Glyptothek, auch dringend eine Renovierung vertragen.

 

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