Löwen-Profi nur zweite Wahl Vom Stamm- zum Bankspieler: Mölders’ Misere

„Wenn einer die komplette Vorbereitung nicht voll durchziehen konnte, hat er automatisch Defizite“, sagt Neururer der AZ über Mölders. Foto: sampics/Augenklick

Der Stürmer des TSV 1860 galt vor der Saison als gesetzt. Aktuell ist er bei Trainer Kosta Runjaic nur zweite Wahl, obwohl seine Kollegen nicht treffen. „Das hat nichts mit mangelndem Vertrauen zu tun“

 

München - Es ist still geworden auf dem Facebook-Account von Sascha Mölders. Seit dem 12. Juli hat der Stürmer des TSV 1860 auf seiner Timeline nichts mehr gepostet. Verwunderlich, setzte der 31-Jährige schließlich Anfang Juli mitten in der Vorbereitung beinahe täglich neue Posts ab.

Doch seither tritt Mölders auch auf dem Platz nicht mehr in den Mittelpunkt, der Mann, den sie in Giesing dafür geholt hatten, dass er Sechzig in gehobene Tabellenregionen schießt. Doch seit dem 1:3 beim Karlsruher SC Anfang April hat der Ex-Bundesliga-Profi keinen Pflichtspieltreffer mehr erzielt, seine Torflaute dauert über 510 Minuten an. Es läuft nicht bei dem Angreifer, den die Löwen Anfang Mai für zwei weitere Jahre vertraglich an sich banden – seinerzeit unter dem damaligen Sportchef Oliver Kreuzer.

Löwen-Trainer Runjaic setzt auf Mugosa

Chefcoach Kosta Runjaic und Kreuzer-Nachfolger Thomas Eichin folgten später. Schnell war klar: Runjaic hat es im Sturm vor allem sein ehemaliger Schützling aus gemeinsamen Tagen beim 1. FC Kaiserslautern angetan: Stefan Mugosa. 81 Minuten durfte der Montenegriner in zwei der vier Pflichtspiele bisher ran, ohne dass der 24-Jährige dabei ein Tor schoss. Dennoch ist er offenbar erster Back-up hinter Ivica Olic, dem Runjaic bedingungslos vertraut. Doch: auch der 36-jährige Kroate blieb bislang in der 2. Liga und dem DFB-Pokal ohne Tor – in 349 Einsatz-Minuten. Den Abschlüssen des früheren Bayern-Stars fehlt es bisher an der letzten Konsequenz. Mölders indes fehlte beim Auswärtsspiel am Wochenende erkrankt, unter der Woche saß er im Pokal ebenfalls gegen den KSC nur auf der Bank. Davor spielte er nur 20 Minuten in Fürth und elf Minuten gegen Arminia Bielefeld.

Hat Mölders etwa eine Schaffenskrise? Und, wenn ja: Wie kommt er aus dieser wieder raus? „Wenn jemand wiederholt krank ist, hat nichts mit mangelndem Vertrauen vonseiten des Trainers zu tun“, erklärt Zweitliga-Experte Peter Neururer im Gespräch mit der AZ und relativiert: „Wenn einer die komplette Vorbereitung nicht voll durchziehen konnte, hat er automatisch Defizite.“ Neururer verweist darauf, als Mölders wohl wegen eines Infektes mehrere Tage nicht trainieren konnte. Auch bei Olic analysiert der einstige Bundesliga-Trainer nüchtern: „Ivica Olic ist ein wertvoller Spieler für jede Mannschaft, aber er hat über ein Jahr lang keine Spielpraxis gehabt. Der braucht Zeit, um wieder reinzukommen.“

Mugosa dagegen habe von seinen Bewegungsabläufen her gute Anlagen, meint der 61-Jährige, „aber nur mit Talent kommt er nicht aus seiner Problematik raus“. Neururer glaubt derweil fest an die Rückkehr eines treffsicheren Mölders. Die Länderspielpause käme gerade recht. „Er kann seine Stärke nur ausspielen, wenn er die körperliche Fitness dafür hat“, sagt er. Mölders sei ein Stürmer, der sich sehr gut bewege und für die Mannschaft viel arbeite, aber eben seine Fitness brauche, erklärt er, „weil er ansonsten der Mannschaft nicht viel hilft. Er wird diese Fitness aber in den nächsten zwei Wochen wieder bekommen“. Dann dürfte er folglich wieder mehr Einsatzzeiten haben, und wer weiß, vielleicht auch wieder fleißiger auf Facebook posten – bestenfalls zu seinem ersten Saisontor.

 

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