Löwen mit Finanzsorgen Wie der TSV 1860 ohne Ismaik-Millionen auskommen will

Gehen beim TSV 1860 voran: Löwen-Präsident Robert Reisinger (li.) und Geschäftsführer Michael Scharold. Foto: imago/Sven Simon

Der TSV 1860 erklärt, künftig auf jegliche Zahlungen von Hasan Ismaik verzichten zu wollen. Sechzigs Geschäftsführer Michael Scharold nennt Beispiele, wie er die Löwen dennoch wettbewerbsfähig halten will.

 

München - Der Rücktritt von Oberlöwe Robert Reisinger aus dem Aufsichtsrat ging jüngst mit einer Absage an Hasan Ismaik einher – der Ablehnung weiterer Darlehen durch den Mehrheitseigner des TSV 1860. Selbst in Form von Genussscheinen.

TSV 1860 auf Sponsorensuche

Doch wie wollen die Sechzger in der 3. Liga konkurrenzfähig bleiben, wo sie doch gerade erst 1,5 Millionen Euro vom Jordanier abrufen mussten, um die Finanzierung der aktuellen Saison sicherzustellen?

Durch mehr und neue Sponsoren, wie Geschäftsführer Michael Scharold auf AZ-Nachfrage erklärte. Schon jetzt würden die "Einnahmen weit über zehn Millionen Euro" liegen. "Ich treffe mich mit Unternehmen und hoffe, viele gewinnen können", erklärte Scharold bei einer Presserunde: "Doch viele Unternehmen treten mit sehr viel Vorsicht uns gegenüber auf."

TSV 1860: Vier Millionen Euro durch Sponsoring

In dieser Saison würden die Einnahmen durch Sponsoring bei rund vier Millionen Euro liegen, erzählte der Starnberger weiter, die Einnahmen aus dem Ticketing bei etwa 3,5 Millionen Euro. "Bei den Tickets ist eine Grenze erreicht", sagte er. Vielmehr hatte es in der Vergangenheit aus Fankreisen auch Kritik gegeben, wegen Kartenpreisen teils auf Bundesliganiveau.

Laut Scharold sind aber auch weitere Sparmaßnahmen sehr wahrscheinlich, so sprach der Löwen-Boss von "signifikanten Einschneidungen, wenn "nicht zusätzliche Mittel" frei würden. So plant Sechzig in der kommenden Saison wohl mit einem geringeren Etat für die Profimannschaft. (Lesen Sie auch: Sechzig erwägt Winterverkäufe - unter einer Bedingung)

Und auch das lange Jahre so erfolgreiche Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) wird infrage gestellt, konkret, ob sich die Giesinger dieses weiter leisten wollen und können. So müsse man sich laut Scharold Gedanken über das NLZ machen. Er selber verzichtet übrigens darauf, im neuen Jahr mit der Mannschaft ins Trainingslager ins spanische Oliva Nova zu reisen (12. bis 19. Januar). Es zeigt, wie im Kleinen schon gespart wird.

Scharold macht dennoch Mut

Der Geschäftsführer machte zumindest Mut, dass sich Sechzig auch ohne Fremdmittel künftig eine Drittligamannschaft leisten könne, "wie 70 Prozent aller Drittligisten". Ob diese dann jedoch um den finanziell so dringend benötigten Aufstieg mitspielen kann, darf zumindest in Frage gestellt werden.

 

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