"Lionhearted - aus der Deckung" Boxer des TSV 1860 kommen auf die Kino-Leinwand

Boxtrainer Ali Cukur Foto: Bilderfest & Firsthand production/Lionhearted

Was tun, wenn Jugendliche den Halt in der Gesellschaft verlieren? Die Boxabteilung des TSV 1860 engagiert sich für Jugendliche, die auf die schiefe Bahn geraten sind. Regisseurin Antje Drinnenberg hat die Löwen-Kampfsportler begleitet - Januar 2021 kommt der Dokumentarfilm ins Kino.

 

München - "Ich als junger Türke wurde nirgends reingelassen, heute lasse ich jeden zu uns in den Verein und ermuntere alle, die Neuen mit einzubeziehen, auch privat", sagt Ali Cukur.

Der ehemalige Profi-Boxer und heutiger Box-Trainer beim TSV 1860 engagiert sich seit Jahren leidenschaftlich für Jugendliche, die den Halt in der Gesellschaft verloren haben und auf die schiefe Bahn geraten sind. In der Dokumentation "Lionhearted - aus der Deckung" wird seine Arbeit beleuchtet, Anfang 2021 kommt der Film von Regisseurin Antje Drinnenberg auf die Kino-Leinwände.

Ali Cukur wird zum Mentor für Jugendliche

Der Film erzählt von Burak, Saskia und Raschad, drei von Cukurs Schützlingen. Sie treffen sich mit zahlreichen anderen jungen Boxern in einer kleinen Halle des TSV 1860 München. Die meisten von ihnen haben viel durchgemacht im Leben. Für sie ist Ali Vorbild, Vater, Lebensretter. Im Ring bringt er ihnen bei, ihre Wut zu bändigen, die Kontrolle zu behalten. Boxen als Training für das echte Leben. Die Chance, Anerkennung zu finden und nicht auf die schiefe Bahn zu geraten.

"Wenn ein Jugendlicher zu mir kommt, da forsche ich nicht nach – ist der Jugendliche kriminell, oder hat er eine schlimme Vergangenheit. Meistens ist das so, dass sie sich vernachlässigt fühlen, wertgeschätzt werden wollen", sagt Cukur, der selbst im Alter von sieben Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam und im Boxsport seine Erfüllung fand.

Löwen-Boxer verlegen Trainingscamp nach Ghana

Um seinen Schützlingen einen anderen Blickwinkel auf das Leben in Deutschland zu gewähren, verlegt Cukur das alljährliche Boxcamp nach Ghana. Dort werden sie mit den harten Bedingungen der Boxer in den Slums von Accra konfrontiert. Die Reise nach Westafrika wird für sie zu einer Reise zu sich selbst - zu ihren Ängsten, ihrer Zerrissenheit, aber auch zu ihrer Kraft und ihrem Selbstwertgefühl.

Für Regisseurin Antje Drinnenberg, die als Autorin unter anderem für ARD, ZDF, arte und 3sat arbeitet, war der Film ein außergewöhnliches Erlebnis. "Wir sind das Wagnis Dokumentarfilm eingegangen, weil wir glauben, dass Menschen wie Ali Mut machen, dass wir alle etwas zu geben haben und gemeinsam etwas erreichen können", sagt sie. Im Januar 2021 kommt der Film ins Kino.

 

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