Lieferverkehr auf Schienen Kommen die Pakete bald mit der Tram?

So geht’s in Frankfurt: rauf auf den Stapler und rein in die Tram. Foto: Silas Stein/dpa

Der Lieferverkehr in der Stadt nimmt zu. Die FDP fordert deshalb nun eine Güter-Straßenbahn. Die MVG zeigt sich offen für die Idee.

München - Die Autobahn – wieder mal komplett verstopft mit Lastwagen. Mei, wie das nervt! Viele Politiker fordern deshalb, den Gütertransport von der Straße wieder mehr auf die Schiene zu verlagern. In der Regel geht’s bei diesen Überlegungen freilich um die Bahn und den Langstreckenverkehr. Aber nicht nur auf den Autobahnen staut’s sich. Auch in der Stadt selbst nimmt der Lieferverkehr langsam überhand.

Die Rathaus-FDP will deshalb prüfen lassen, ob sich in München auch die Tram für den Gütertransport eignet. Eine solche Cargo-Tram könne auf das bestehende Gleisnetz zurückgreifen, sagt Stadtrat Thomas Ranft, sie sei umweltfreundlich und entlaste vor allem die Straßen. In anderen europäischen Städten werden Post und Pakete schon mit der Straßenbahn transportiert – in Zürich etwa, Amsterdam oder auch in Dresden. Warum also nicht auch in München ein Modellprojekt starten?

MVG grundsätzlich offen für die Idee

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) steht der Idee grundsätzlich offen gegenüber. Unternehmenssprecher Matthias Korte gibt aber einige Dinge zu bedenken: Es brauche am Stadtrand dann definitiv ein Logistikzentrum, sagt er, vielleicht an manchen Stellen sogar ein separates Gleis. Und ob sich so eine Gütertram untertags einfach so in den dichten Innenstadt-Takt einreihen lässt, sei natürlich auch noch eine Frage.

Man könne aus MVG-Sicht also nicht sagen: "Gute Idee, das machen wir morgen", erklärt Korte. Denn die Tram sei leider keine Modelleisenbahn. Für solche Pläne brauche es Zeit. Sollte sich der Stadtrat aber für den FDP-Vorschlag erwärmen können, so Korte, mache die MVG für eine Gütertram gerne eine Machbarkeitsstudie.

 

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