Lichtblicke in Liga drei 1860-Legende Wettberg: "Freut mich, dass man endlich vernünftig wird"

Dürfen die Löwen bald wieder spielen? "Es wäre diefairste Lösung", meint Wettberg Foto: sampics/AK

Neben Zuwendungen von den CL-Klubs winkt auch eine Fortsetzung des Spielbetriebs.

 

Geisterspiele oder Saisonabbruch? Drohen Insolvenzen? Helfen die großen Klubs den kleinen? Der Drittliga-Fußball stellt sich derzeit bange Fragen.

Eine davon konnte DFL-Boss Christian Seifert bei der gestrigen Pressekonferenz über die Lage des Profifußballs schon einmal beantworten: Die 7,5 Millionen Euro aus dem Solidartopf der Königsklassen-Teilnehmer gehen an 25 Teams der dritten Liga und der Frauen-Bundesliga.

Jeder Verein erhält rund 300.000 Euro

Für den TSV 1860, die SpVgg Unterhaching und die restlichen bayerischen Vertreter bedeutet das: Jeder Verein erhält vom FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen rund 300.000 Euro.

"Ich finde, diese Entscheidung ist geprägt von großer Sensibilität und großer Solidarität. Mit diesem Verteilerbeschluss leisten die vier Champions-League-Teilnehmer in dieser schwierigen Phase einen wichtigen Beitrag zur Solidarität im Fußball", erklärte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Lediglich der FC Bayern II und mehrere Zweitvertretungen der Frauen sind von der Maßnahme ausgenommen.

"Es freut mich, dass man endlich vernünftig wird und auch die Dritte Liga bedenkt. Es wurde auch höchste Zeit", sagt Sechzigs Kult-Trainer Karsten Wettberg der AZ über die Soforthilfe, die den finanziellen Schaden der Drittligisten ohne Zuschauereinnahmen zumindest verkleinert. Wettberg scherzt über die Ex-Löwen Lars und Sven Bender sowie Julian Weigl und Kevin Volland: "Bei dem, was wir Dortmund und Leverkusen schon Gutes getan haben, müssten sie eigentlich 15 Millionen hergeben."

Wettberg schlägt grundsätzliche Umverteilung vor

Der 78-Jährige schlägt ob der niedrigen TV-Gelder in Liga drei eine grundsätzliche Umverteilung vor: "Die Großen können gar nicht genug spenden, sie könnten jedes Jahr einen gewissen Prozentsatz abtreten."

Bei der Frage, ob Deutschlands dritthöchste Spielklasse durch Geisterspiele eine Fortsetzung findet, verwies Seifert auf die Politik. Man sei ab 9. Mai startklar, die Dritte Liga würde wohl ein, zwei Wochen später weitergehen. Die DFL sieht allerdings im Falle einer Wiederaufnahme der laufenden Spielzeit ein strenges Sicherheitskonzept vor. Wettberg über Geisterspiele im Grünwalder Stadion: "Immerhin besser als gar nichts. Es ist eindeutig die fairste Lösung, die Saison fertig zu spielen."

Das mögliche Szenario ohne Absteiger findet dagegen keinen Anklang bei Wettberg: "Da bleibt ein Geschmäckle. Jena wird Danke sagen", meint der "König von Giesing" über den abgeschlagenen Letzten, der für einen Saisonabbruch plädiert hatte. Kommt es, wie von den Fußball-Bossen geplant, lebt auch Sechzigs zweiter Lichtblick: der Traum vom Aufstieg.

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