Licht und Schatten beim großen Kombi Audi A6 Avant Allroad: Spaß erst nach der Drehzahl-Hürde

Typisch Audi A6 Avant mit ein paar SUV-Zutaten: der Allroad mit Allradantrieb. Foto: Rudolf Huber

Der A6 Avant Allroad ist nicht nur ein vielseitiger Groß-Kombi, er pirscht bei Bedarf auch noch ziemlich passabel durchs leichte Gelände. Wir haben ihn ausführlich ausprobiert.

 

München - Ein rundum schicker und feiner, großer Kombi mit ein paar Zutaten fürs leichte Gelände. Mit diesem Konzept ist Audi beim A6 Avant Allroad sehr erfolgreich. Nach dem Test mit der Nummer 50 wissen wir auch genau, warum das so ist. Obwohl auch hier zum vielen Licht eine Portion Schatten gehört.

Der Allroad aus Ingolstadt ist ein ganz schön großes Fahrzeug, das seine schiere Masse aber hinter einem geschickten Design recht elegant verstecken kann. Gut zwei Tonnen bringt er unbeladen auf die Straße, in den Kofferraum passt mindestens Gepäck mit einem Volumen von 565 Litern. Und die bis zu fünf Passagiere finden – wieder mal bis auf den hinten in der Mitte – so richtig üppige Platzverhältnisse vor. Ist ja auch kein Wunder bei einer Außenlänge von 4,95 Metern. Bis auf ein paar Allroad-spezifische Zutaten ist innendrin alles A6 pur – war ja nicht unbedingt die schlechteste Sache ist. Bedienung, Ausstattung, Materialqualität zum Anfassen: Audi bietet auch was fürs viele Geld.

Audi A6 Avant: Zickige Motor-Getriebe-Kombination

Unser Testwagen mit der ominösen Nummer 50 (es gibt auch 45 – schwächerer Motor und 55 – stärkerer Motor) ist eine gute Wahl. Mit seinen 286 PS und seinen maximal 620 Nm Drehmoment ist er immer munter dabei. Wenn, ja wenn seine Zusammenarbeit mit der Achtgang-Tiptronic so funktioniert, wie man das bei einem Über-60.000-Euro-Auto erwartet. Ist aber leider nicht so, und das ist jetzt der eingangs erwähnte Schatten: Beim Losfahren oder bei Zwischenspurts agiert die Motor-Getriebe-Kombination zickig und ärgerlich unkooperativ. Ob Losfahren an einer Kreuzung oder Einfädeln auf die Autobahn: Wenn die Drehzahl nicht stimmt, also etwa unter 2500 U/min, wird’s zäh. Und weil in dieser Situation automatisch mehr Gas gegeben wird, um vom Fleck zu kommen, geht es nach Erreichen des passenden Drehzahlniveas oft viel zügiger voran als gewünscht. Also eher unharmonisch.

Wer diese immer wiederkehrende, echt lästige Hürde einmal überwunden hat, kann in den Genussmodus schalten. Denn dann zeigt der Dreiliter-V6-TDI beste Manieren, sein Allradantrieb zieht ihn zügig und komfortabel über die Bahn. Und auch der Verbrauch bleibt im Rahmen – rund acht Liter je 100 Kilometer waren es im Testbetrieb, der Normverbrauch liegt je nach Reifengröße (18 bis 21 Zoll) zwischen 5,8 und 5,9 Liter. Und weil's einfach dazugehört: 0 bis 100 km/h geht in 5,9 Sekunden, bei 250 Sachen wird abgeregelt.

Audi A6 Avant Allroad mit serienmäßiger Luftfederung

Aber was macht jetzt einen A6 Avant außer ein paar SUV-mäßig wirkenden Anbauteilen zu einem Allroad? Ganz einfach: Die Luftfederung ist serienmäßig installiert, sie ermöglicht je nach Einsatzzweck ein Anheben und ein Absenken der Karosse. Sechs Zentimeter groß ist der Spielraum – das kann durchaus mal einen lästigen Schaden auf der holperigen Schotterstrecke ersparen und spart im anderen Extrem, nur 14 Zentimeter über dem Asphalt, auf der Langstrecke Sprit.

Damit und mit dem selbstsperrenden Mittendifferenzial, dem vielen Platz und der maximalen Zuglast von 2,5 Tonnen wird der A6 Avant Allroad quattro zu diesem so häufig zitierten Borstenvieh mit den Universal-Talenten. Sie wissen schon, die eierlegende Wollmilchsau. Bloß dass für den Ingolstädter mindestens 64.500 Euro fällig sind. Und er eindeutig attraktiver ausschaut als das erwähnte Tier.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading