Leserbeitrag aus Schwabing Strukturwandel am Hohenzollernplatz

Hier residierte einst ein chinesisches Buffet-Restaurant. Foto: Wolfgang Stoephasius

Shisha statt Stenz, Reis statt Pfirisch Melba - und ganz oft das Schild "Zu vermieten": AZ-Leser Wolfgang Stoephasius berichtet aus Schwabing.

 

Schwabing - Vor 20 Jahren gab es die Kneipe „Zur Schenke“. In der verqualmten Bude traf sich die Nachbarschaft zum gemütlichen Ratsch, die wohl 70-jährige Bedienung brachte das Bier an den Tisch.

„Wegen Todesfall geschlossen“ stand eines Tages an der Tür.

Einige Zeit später zog ein Vietnamese, dann ein Thai, er nannte sich „Thai Mini“, ein. Das Schild ist heute noch dort zu lesen, nur Lokal gibt es keines mehr, ein Immobilienbüro hat dort sein Domizil.

Direkt am Hohenzollernplatz war das „San Marco“, der Wirt war an die 80 und hatte hier einst eine der ersten italienischen Eisdielen Münchens eröffnet, die Einrichtung im Stil der 50er. Er musste aus Altersgründen schließen, neue Besitzer kamen und gingen.

Nun ist „Yum2take“, ein Thai mit exzellenter Küche, eingezogen, aber Eis gibt es keines mehr, vorbei die Zeiten, als man im Sommer vor dem Lokal einen riesigen Becher köstlich hergerichtetes „Pfirsich Melba“ genießen konnte.

Um die Ecke in der Hiltenspergerstraße war einst das „Tre Colonne“, ein Kultitaliener, in welchem sich schon mal der Monaco Franze mit seiner Elli sehen ließ. Nun kommen Jugendliche mit ihren Autos und Motorrädern aus dem gesamten Stadtgebiet hier her und rauchen Shisha, Wasserpfeife.

Schräg gegenüber war einst eine Weinkneipe. Ihr folgte das „Asia“ in welchem sich hungrige Studenten und Bauarbeiter am preiswerten chinesischen Buffet den Magen voll schlagen konnten. Seit langer Zeit hängt hier ein Plakat „Zu vermieten“, ebenso beim indischen „Surahi“, einst ein „Bella Italia“, direkt am Hohenzollernplatz.

Die Zeiten ändern sich.

 

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