Leicht, aber oho TSV 1860: Das macht Löwen-Juwel Noel Niemann so stark

Feierte gegen Großaspach sein Startelf-Debüt in der dritten Liga: Noel Niemann. Foto: sampics/Stefan Matzke

Beförderung für Jung-Löwe Noel Niemann: Trainer Michael Köllner verhilft dem 60-Kilo-Dribbler zum Startelf-Debüt gegen Großaspach und ist begeistert: "Er war in der zweiten Halbzeit richtig gut".

 

München - Michael Köllner hatte sich für das letzte Heimspiel des TSV 1860 in diesem Jahr etwas Besonderes ausgedacht. Mutig setzte der neue Trainer der Sechzger am vergangenen Samstag gegen die SG Sonnenhof Großaspach (1:1) um, was er schon bei Amtsantritt versprochen hatte und wofür er letzten Endes geholt wurde: Er warf einen Junglöwen auf Giesings Höhen ins frostig-kalte Wasser.

Noel Niemann heißt der junge Mann, ist Mitte November erst 20 Jahre alt geworden. Der gelernte Linksaußen, dessen Vorname aus dem Französischen kommt und "Weihnachten" heißt, durfte recht passend in der staden Zeit sein Startelfdebüt feiern.

Erster Einsatz von Noel Niemann kann sich sehen lassen

Eine niemann’sche Bescherung blieb zwar aus, doch der erste Einsatz von Beginn an konnte sich durchaus sehen lassen. "Es ist etwas zwiegespalten: Ich bin natürlich froh, dass ich von Anfang an spielen durfte. Aber es ist schade, dass wir nicht gewonnen haben", äußerte sich Niemann zurückhaltender, als er agiert hatte: "Mit meiner Leistung bin ich ganz zufrieden." Der Youngster gestand – und gelobte: "Ich war am Anfang etwas nervös. Es geht sicher noch besser."

Lob gab es auch von Trainer und Mitspielern. "Noel hat es sehr gut gemacht. Er hatte viele gute Aktionen. Es ist klar, dass noch nicht alles läuft, aber er hat es gut gemacht in seinem ersten Spiel", urteilte Abräumer Daniel Wein, der direkt von einer der besagten Aktionen profitiert hatte: Niemann war es, der an der Strafraumgrenze einen Freistoß herausgeholt hatte. Wein war es dann, der in Minute elf nur deshalb nicht als Torschütze genannt wurde, weil sich Tim Rieder noch in den Ball geworfen hatte.

Lässt sich darüber streiten, ob der Assist auf Niemanns Kappe geht – in jedem Fall hatte er seine Füße mit im Spiel.

TSV 1860-Coach über Niemann: "In der zweiten Halbzeit richtig gut"

Coach Köllner äußerte sich konkreter und unterstellte Niemann einen "nervösen" Beginn. Tatsächlich war der zwar pfeilschnelle und federleichte Angreifer mit Ausnahme seiner Torvorbereitung nur selten in Erscheinung getreten. Dann, so Köllner, "hat er sich immer besser freigeschwommen. Er hat das in ihn gesetzte Vertrauen zurückgegeben und war in der zweiten Halbzeit richtig gut. Leider wurden seine Aktionen nicht vollendet", so Köllner über den ein oder anderen auch dank Niemann hoffnungsvollen, aber nicht zielführenden Angriff.

Insgesamt zeigte sich der 49-Jährige aber "zufrieden" mit dem quirligen und flexiblen Akteur, der in der offensiven Dreier-Reihe alle Positionen bekleiden könne. 2017/18 klopfte Niemann bereits bei den Profis an, bevor ihn ein Kreuzbandriss fast ein Jahr außer Gefecht setzte. Jetzt heißt es endgültig: Niemann legt los!

Mit etwas mehr Spielpraxis und Selbstvertrauen könnte der kleine Dribbelkünstler durchaus neue Elemente in Sechzigs Angriffsspiel bringen: Leichtigkeit, Schnelligkeit, Tempo.

Noel Niemann: "Ich bin ein sehr leichter und schneller Spieler"

Mit Stefan Lex ersetzte der aus der Jugend des FC Ismaning stammende Stürmer einen ähnlichen Spielertypen (1,78 Meter, 75 Kilo). "Ich bin ein sehr leichter und schneller Spieler", erklärte der nur rund 60 Kilo schwere Niemann mit einem Lächeln im Gesicht. Ein bisschen auftrainieren müsse er schon noch, doch wolle er sich die Vorzüge seines Daseins als Leicht-Löwe nicht nehmen lassen: "Es gibt schon ein Gewicht, dass man bei den Profis erreichen sollte, aber ich brauche auch keine hundert Kilo, sonst kann ich niemandem mehr davonlaufen." Leicht, aber oho!

Demnächst könnte er auch in Ingolstadt und Münster den Verteidigern entkommen: Bei Sechzigs Auswärtsdoppelpack am kommenden Montag bei den "Schanzern" (19 Uhr) und zum Rückrundenauftakt am 21. Dezember bei Preußen Münster (14 Uhr) dürfte Köllner, auch aufgrund der Verletzungen von Lex und Rieder, für Niemann ein Plätzchen auf dem Rasen finden.

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