Le Sud Zu Gast im Salon Rouge

Das Bistro: Hier ist der Look legerer als im Restaurant, die Gerichte aber sind die gleichen – von Flammkuchen bis zu geschmorten Rinderbäckchen. Foto: Daniel von Loeper

Immer mit der Zeit: Das „Le Sud“ in Schwabing hat sich vom alten Look getrennt, nicht aber von seiner Philosophie

 

Irgendwann könne man es ja selbst nicht mehr sehen, sagt Ludwig Hölzl. Nach acht Jahren hatte sein französisches Restaurant in Schwabing ein neues Styling nötig. Den Look eines alten Pariser Bistros hat er eingetauscht gegen klareres Design. Die schönsten der alten Emaille-Schilder hängen jetzt im Vorraum, im Bistro sind Siebdrucke des Cafés in Arles von Mathias Waske eingezogen.

Blau, weiß, rot – die Nationalfarben sind überall Thema. Die Bar wird von blauen LED-Leuchten illuminiert, der Restaurantbereich hat sich mit mutiger Wandfarbe in den „Salon Rouge“ verwandelt. Nach einer Woche Renovierung ist das Le Sud jetzt wieder offen, und den Gästen gefällt es.

Viele sind Stammgäste. „Wir liegen in einer Wohngegend, da kommen die Nachbarn“, sagt Hölzl. Auch einige Franzosen speisen hier, mit den Kellnern können sie in ihrer Muttersprache ratschen. Der Chef selbst ist Münchner. „Gelernter Metzger“, sagt Hölzl. „Eigentlich sollte ich die Metzgerei meiner Eltern übernehmen. Aber ich wollte unbedingt Koch lernen.“

Er setzte sich durch und verliebte sich in die französische Küche, eine Zeit lang lernte er in Frankreich. Aus der Metzgerei-Kindheit ist aber doch etwas hängengeblieben: „Man darf’s gar nicht laut sagen, aber ich esse wahnsinnig gern Innereien. Und geschmorte Rinderbackerl, einfach lecker.“

Natürlich gibt es die – in Pinoir Noir geschmort, vom Charolais Rind (17 Euro, Beilagen ab 3,70 Euro) – im Le Sud wie andere landestypische Spezialitäten, Fisch und Meeresfrüchte. Aber Ludwig Hölzl ist es wichtig, dass seine Gäste auch für weniger Geld etwas Gutes bekommen. Und dabei die gleiche Behandlung genießen wie Gäste, die ein mehrgängiges Menü ordern.

Die Flammkuchen etwa werden im Steinofen gebacken, den günstigsten mit Fenchel, Spinat und Bergkäse gibt’s ab 8,50 Euro. Auch der Salat mit Ziegenkäse (9,50) kommt schön angerichtet an den Tisch. Die Flasche Wein dazu gibt’s ab 16 Euro. Auch sonst denkt sich Hölzl viel aus, damit in seinem Restaurant etwas los ist. Ab nächster Woche kreiert er, passend zur Fastenzeit, ein paar Gerichte aus der Dr.-Dukan-Trend-Diät aus Paris.

Beliebt ist der Candle-Light-Abend immer mittwochs, im Sommer das Grillen im Garten. Und natürlich die Rose, die Damen sonntags zum Abschied bekommen: A bientôt, bis bald,flöten sie dann. 


Bismarckstraße 21, täglich ab 18 Uhr, www.le-sud.de, Tel.: 33 08 87 38

 

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