Landgericht Tegernsee-Krimi: Ist das Überfall-Opfer ein Betrüger?

Prozess am Landgericht (Symbolbild) Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Neuer Aspekt beim Tegernseer Krimi: Am Freitag musste das Opfer in anderer Sache selbst auf der Anklagebank des Landgerichts Platz nehmen.

 

München - Peter F. (47, Name geändert) ist ein Opfer. Der Unternehmer wurde von drei Männern in seinem Haus am Tegernsee überfallen. Der mutmaßliche Inkasso-Trupp aus der Ingolstädter Rocker-Szene soll versucht haben, Schulden von 265.000 Euro einzutreiben. Das Trio musste unverrichteter Dinge – wenn man von 80 Euro Bargeld absieht – wieder abziehen. Peter F. wurde durch Schläge verletzt.

Bei dem Prozess, der jetzt wegen Terminschwierigkeiten erst einmal auf Juli verschoben werden musste (AZ berichtete), wird Peter F. als Zeuge aussagen. Am Freitag musste der Mann aber in anderer Sache selbst auf der Anklagebank des Landgerichts Platz nehmen. Der Vorwurf: Untreue. Gemeinsam mit einem Komplizen habe er Firmengelder in die eigene Tasche manövriert. 2018 hatte ihn das Amtsgericht zu 17 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

47-Jähriger legte Berufung ein

Der 47-Jährige legte Berufung ein. Nachdem er beim ersten Termin aus gesundheitlichen Gründen nicht erschienen war, konnte der Prozess am Freitag doch beginnen. Peter F. erklärt dem Gericht, dass er den Untreue-Vorwurf im ersten Prozess nur zugegeben habe, weil sein damaliger Anwalt ihm dazu geraten habe, um keine härtere Strafe zu kassieren. In Wirklichkeit sei er das Opfer. Sein damaliger Geschäftspartner und väterlicher Freund habe nicht nur ein Privat-Darlehen von der Mutter des Peter F. bekommen, sondern sei ihm unter anderem auch Provisionszahlungen schuldig geblieben. Insgesamt habe die Familie so 66.000 Euro verloren.

 

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