Laifufu Ein Fest für Oolong

Pei-Jen Müller-Lierheim führt die Gäste in ihrem Laifufu-Teesalon in die Geheimnisse der asiatischen Teekultur ein. Foto: Gregor Feindt

In einer Serie stellt die AZ die besten Teehäuser Münchens vor. Heute den Laifufu-Teesalon in der Mailingerstraße.

Manchmal geht es auch ganz schnell: Als Pei-Jen Müller-Lierheim vor 13 Jahren nach München kam, galt Sushi zum Beispiel noch wahrlich nicht als Delikatesse. "Roher Fisch – das fanden die Leute damals noch ziemlich eklig", sagt die geborene Taiwanesin. Und vielleicht ist es mit dem Oolong-Tee ja genau das Gleiche. 

Nun ist es nicht so, dass asiatischer Tee hierzulande als etwas Ekliges gelten würde. Eher ist es umgekehrt: Rooibos oder Früchtetee – "das ist nichts, was bei uns zu Hause als Tee gelten würde", sagt Müller-Lierheim. Der chinesische Oolong hat sich in Europa bislang allerdings noch nicht wirklich durchgesetzt.

Als Müller-Lierheim vor drei Jahren in der Maillingerstraße das Laifufu aufgemacht hat, ihren Teeladen, musste sie noch neun von zehn Kunden wegschicken. Sie hatte verschiedene Oolong-Tees da, einen jungen mit sanftem Geschmack, einen halb fermentierten, sogar einen über 30 Jahre alten. Aber nichts von den aromatisierten Teesorten, nach denen die Leute sie zumeist fragten, nichts mit Vanillegeschmack und auch nichts mit Erdbeer.

Mittlerweile ist ein Kompromiss gefunden. Im Regal mit den vielen weißen Blechdosen steht unter anderem auch ein Rooibos mit Blaubeer-Muffin-Aroma. Aber auch der Oolong-Tee geht inzwischen besser–und das liegt nicht zuletzt an der Aufklärungsarbeit, die Müller-Lierheim im Laifufu betreibt.

Im hinteren Teil des Ladens steht ein schöner Holztisch mit niedrigeren Hockern. Wenn man will, kann man zwischendrin dort auch einfach ein Schälchen Tee trinken. Eigentlich ist dieser Tisch jedoch für Teezeremonien (29 Euro pro Person) gedacht. Nicht so meditativen mit strengen rituellen Regeln, wie sie die Japaner pflegen. "Bei uns in Taiwan geht es bei so einer Zeremonie vor allem darum, den Tee zu genießen", sagt Müller-Lierheim. Aber die ein oder andere Lehre kann man auch aus dem Laifufu mit nach Hause nehmen.

Wenn Müller-Lierheim über verschiedene Teesorten spricht, zieht sie gerne Parallelen zur Weinkunde. Da müsse man auch erst sehr viel ausprobieren, bis man das Richtige für sich gefunden habe. Und vielleicht ist es ja genauso wie beim Sushi. "Ich glaube", sagt die 35-Jährige, "es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich der Oolong auch in Europa durchsetzt."

Maillingerstraße 14 (Eingang Blutenburgstraße), Di. bis Fr. 11.30-19 Uhr, Sa. 10-16 Uhr, www.laifufu.de, Tel. 55 06 99 88

 

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