L'Hermitage Das Ende der Kartoffelzeit

Früher Kartoffelhaus, jetzt französisch-mediterranes Restaurant: Das L'Hermitage am Hohenzollernplatz. Foto: Petra Schramek

Ins ehemalige Kartoffelhaus am Hohenzollernplatz ist mit dem L’Hermitage jetzt ein französisch-mediterranes Restaurant eingezogen.

Natürlich kommen immer noch viele Leute, um Kartoffeln zu essen. Ist ja auch kein Wunder: Gut zehn Jahre lang war in diesem Lokal am Hohenzollernplatz schließlich das Schwabinger Kartoffelhaus beheimatet. Die gut gelaunte Knolle mit der Kochmütze prangt als Werbemittel auch immer noch an der Fassade. Kartoffeln bekommt man hier seit ein paar Wochen allerdings maximal noch als Beilage.

 
In das ehemalige Kartoffelhaus ist kürzlich das L’Hermitage eingezogen, ein französisches Restaurant mit mediterraner Küche. Als Gastgeber fungiert dort Manuel Salema, ein gebürtiger Portugiese, den alle nur Manolo nennen. „Eigentlich müssten wir die Kartoffel da draußen mal überstreichen“, sagt Salema. Aber andererseits: Fast alle, die eigentlich zum Kartoffelessen gekommen sind, sind trotz des niedrigen Erdäpfel-Aufkommens am Ende doch geblieben.
 
Ein Argument mag dabei die neue Einrichtung gewesen sein. Im Vergleich zum eher urigen Kartoffelhaus wirkt das L’Hermitage nun viel offener und aufgeräumter. Wahrscheinlich haben aber auch die Kochkünste von Joel Noguier eine Rolle gespielt, dessen hausgemachte Steinpilz-Ravioli (13,50 Euro) oder die Entenbrust à la Orange (17,50 Euro) meist eine verlockende Vorahnung in den Gastraum schicken.
 
Salema und Noguier haben früher schon im Cézanne zusammengearbeitet. Dass es nun zu einer Wiedervereinigung gekommen ist, liegt an Bärbel und Adrian Joseph. Das Ehepaar vom Starnberger See kennt Salema noch aus der Zeit, als der noch in der Pasinger Fabrik gearbeitet hat. Die Josephs haben auf ihren München-Touren dort oft zum Essen Halt gemacht. Irgendwann entstand dabei die Idee, mal etwas Gemeinsames zu machen.
 
Das L’Hermitage ist nun dieses Gemeinsame. Die Josephs kümmern sich um das Geschäftliche, Salema und Noguier um das Kulinarische. Statt in der Pasinger Fabrik schauen die Josephs selbstverständlich nun dort regelmäßig vorbei, mindestens ein bis zwei Mal die Woche. Es muss ja nicht für einen ganzen Abend sein. Das L’Hermitage ist schließlich auch eine Weinbar, wo man vorzüglich einen portugiesischen Falgaroso (2,40 Euro) oder einen Riesling aus dem Rheingau (3,20 Euro) trinken kann. Dazu ein paar Weinbergschnecken (8,50 Euro) oder eine Quiche Lorraine (10,50 Euro) – nach Kartoffeln fragt da niemand mehr so schnell.
 
Hohenzollernplatz 4, Di. bis So. 17–1 Uhr, www.restaurant-hermitage.de , Tel.: 3600 8250
 
 

0 Kommentare