Kundgebung vor der Oper Söder polarisiert auf Münchner Groß-Demo gegen rechte Hetze

Der Platz vor der Oper ist voll: Kundgebung für Vielfalt und gegen Hetze am Freitagnachmittag. Foto: Daniel von Loeper

Ministerpräsident Markus Söder spricht vor 7.500 Teilnehmern vor der Oper – und appelliert, dass Demokraten zusammenstehen sollten.

 

München - Der beeindruckendste Moment an diesem lauten Freitagnachmittag vor der Oper ist ein ganz stiller. Es ist keine der Politikerreden, kein Wortgefecht zwischen Besuchern der Gegen-rechts-Kundgebung. Es ist der Moment, in dem Nerin Gül vom Migrationsbeirat die Namen der Toten von Hanau verliest. Da ist es absolut still auf dem prall gefüllten Max-Joseph-Platz. Und die vielen, vielen Teilnehmer, nach Angaben der Polizei sind 7.500 gekommen, schweigen.

Das steht im Gegensatz zu den teils hektischen Szenen rund um die Kundgebung, die vom Sozial- und Wohnprojekt Bellevue di Monaco organisiert und von vielen Organisationen unterstützt ist. Grund für de Polarisierung ist einer, der gekommen ist, um zur Gemeinsamkeit im Kampf gegen die Hetze aufzurufen: Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Er gibt in seiner Rede ein "Schutzversprechen" für alle Menschen in Bayern ab – und appelliert an alle Demokraten, im Kampf auch gegen die AfD zusammenzuhalten.

Viel Söder-Kritik aus dem Publikum und auf der Bühne

Unten, im Publikum, ist große Unruhe zu spüren zwischen jenen, die es ein starkes Zeichen finden, dass Söder gekommen ist – und jenen, die einen wie ihn nicht auf einer solchen Kundgebung sehen wollen. Es sind stetig Pfiffe und Zwischenrufe zu hören, eine Frau beschimpft den Ministerpräsidenten, eine andere will sie wegschicken. Es gibt auch Applaus und Zustimmung.

Doch auch auf der Bühne gibt es Kritik an Söder. Die Biermösl Blosn zum Beispiel singen "Markus Söder ist ein schöner Mann – von den Füßen bis zum Hois". Und schränken dann ein "Nur der Kopf versaut wieder ois".

Auch Thomas Lechner, der 2017 die Großdemonstration #ausgehetzt initiiert hat, wendet sich an Söder. "Es reicht nicht, sich einmal auf einer Bühne neben Linken wie mir zu zeigen, die sich seit Jahren gegen Rechts engagieren", sagt er.

Noch vor zwei Jahren habe der Ministerpräsident von "Asyltourismus" gesprochen. Söder hört das nicht mehr. Er ist schon wieder weg.

 

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