Kroos, Khedira, Kramer ung Ginter Begehrte Weltmeister: Jagd auf Toni Kroos und Co.

Weltmeister vielleicht bald Kollegen beim BVB? Mats Hummels (l) und Matthias Ginter. Foto: dpa

Nach dem Titel-Gewinn sind Deutschlands WM-Helden begehrt. Der Bayer Kroos steht vor dem Wechsel zu Real, Arsenal lockt den Madrilenen Khedira. Ein Überblick

 

München - Die Bosse von Real Madrid, das könnte man sich zumindest vorstellen, saßen feixend vor dem Fernseher. 25 Millionen Euro für Toni Kroos? Ein guter Deal, ein sogar sehr guter für einen Stammspieler der WM-Siegermannschaft. Der Fixpunkt im deutschen Mittelfeld wird den FC Bayern wohl in Richtung Spanien verlassen.

„Morgen oder übermorgen werde ich nach Madrid fahren können“, wurde Kroos am Mittwoch vom Sportblatt „AS“ zitiert. Ein Reporter hatte Kroos nach der Rückkehr von der WM vor dessen Ferienhaus auf Mallorca aufgesucht und mit dem sich anbahnenden Wechsel konfrontiert. „Es ist nichts offiziell. Ich kann nichts sagen“, antwortete Kroos.

Auch das, was Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge beim Empfang der Weltmeister am Münchner Flughafen sagte, klang nach Abschied. Er bestätigte Verhandlungen mit Real und stellte klar, „dass wir den Spieler im nächsten Jahr nicht ablösefrei verlieren wollten“. Auf eine Verlängerung des Vertrags von Kroos, der bis 2015 läuft, konnten sich Klub und Spieler nicht einigen. „Ohne Details der Verhandlungen zu kennen: Es gibt für einen Verein finanzielle Schmerzgrenzen, über die man nicht hinausgehen will. Wenn das in diesem Fall so ist, sollte man einen reisenden Spieler nicht aufhalten. Zumal man ja auch noch Ablöse verdient“, sagt Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer zu „Bild“. Also Madrid.

Ein Ortswechsel, der auch einigen anderen deutschen Nationalspielern wohl bevorsteht. Denn so ein WM-Titel macht begehrt – zumal dann, wenn man wie Kroos bei einer WM überzeugt. Das tat auch Sami Khedira. Der könnte bei Real Madrid einen Platz im Mittelfeld für Kroos freimachen. Interessenten gibt es, die besten Aussichten hat im Moment der FC Arsenal, wo mit Mesut Özil, Per Mertesacker und Lukas Podolski bereits drei WM-Helden unter Vertrag stehen. Der Klub aus London und Real sollen sich nach Informationen der spanischen Sportzeitung „Marca“ bereits geeinigt haben. Wie das Blatt berichtet, soll die Ablöse 25 Millionen Euro betragen. Allein die Zustimmung des Mittelfeldspielers fehle noch. Über einen Wechsel des 27-Jährigen war schon während der WM spekuliert worden, auf ein Angebot seines Klubs zur Vertragsverlängerung soll er nicht reagiert haben.

In Mönchengladbach dagegen kämpft man noch um Christoph Kramer. Der Mittelfeldspieler rutschte im Finale überraschend in die Startelf, musste nach einem Knockout nach einer halben Stunde schon wieder vom Feld. Trotzdem: Kramer, bis zum Ende der Saison von Bayer Leverkusen ausgeliehen, hat Eindruck gemacht, das weiß Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl. Der SSC Neapel soll bereits Interesse bekundet haben. Doch Eberl würde den 23-Jährigen gern etwas länger behalten. „Chris fühlt sich sehr wohl bei uns. Wir werden mit aller Macht versuchen, ihn bei uns zu halten“, sagte er der „Rheinischen Post“. Kramer gehöre zwar Leverkusen, meinte Eberl, „aber man kann ja keinen Spieler zwingen, etwas zu tun“. Allen, die Kramer schon jetzt verpflichten wollen, erteilte Eberl eine Absage: „Ich habe ja schon lange gesagt, dass wir keinen Sechser abgeben werden. Es gab auch keine Anfrage aus Leverkusen, dass er vor Ende des Leihvertrages zurückkommen soll.“

Schon fast fix ist dagegen der Wechsel von Matthias Ginter vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund. „Wir sind tatsächlich in neuen Gesprächen“, zitierte die „Bild“ den Freiburger Präsidenten Fritz Keller. „Bevor wir am Freitag ins Trainingslager gehen, wird hoffentlich eine finale Entscheidung fallen.“ Zehn Millionen Euro soll der BVB für den Innenverteidiger bezahlen. Ginter stand in Brasilien zwar keine Minute auf dem Platz, aber so ein Weltmeister hat eben seinen Preis.

 

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