Kritik von CSU und Grünen Bekommt Pasing einen 50 Metern hohen Wohnturm?

Dieser Wohnturm am Pasinger Bahnhof gefällt im Viertel nicht jedem. Ist er zu hoch? Foto: Visualisierung: Be-planen

Am Pasinger Bahnhof will ein Investor in die Höhe bauen. Im Stadtviertel sieht man das kritisch und fühlt sich erpresst.

 

Pasing - In 50 Metern über München – könnten Sie sich vorstellen, hier zu wohnen? Die Vision des Bau-Investors Martin Bucher für den Pasinger Bahnhof ist ein 16-stöckiger Turm mit Platz für 140 Wohnungen. Damit sorgt er im örtlichen Bezirksausschuss für Kontroversen.

Das bislang noch leerstehende Gelände an der Gottfried-Keller-Straße hat der Investor bei einer Zwangsversteigerung erworben, er plant dort Flächen für Büros, Geschäfte und Cafés mit einem 50 Meter hohen Wohnturm als Krönung.

Investor will 50-Meter-Turm am Pasinger Bahnhof

Der gewagte Entwurf führt bei den Pasinger Politikern zu hitzigen Debatten. Zwar herrscht dringender Bedarf nach einer Verkehrslösung für den Pasinger Bahnhof, doch der Wohnturm sei zu hoch, lautete die Kritik von der CSU und den Grünen.

Abgehend vom Pasinger Bahnhof beginnt entlang der August-Exter-Straße die denkmalgeschützte Villenkolonie, ein Wohnturm passt möglicherweise nicht zum restlichen Pasinger Stadtbild.

Pasing: Pläne für 16-stöckigen Wohnturm und Garage

Das Architekturbüro Be-planen spricht von einem neuen "Wahrzeichen", das für Pasing entstehen soll. Investor Martin Bucher verweist darauf, dass es am Südteil des Pasinger Bahnhofs bereits viele Hochpunkte gibt.

Außerdem soll eine Garage mit Stellplätzen für 2.700 Fahrräder und 120 Autos entstehen, mit der die Architekten die Mobilität am Bahnhof verbessern und zugleich Abhilfe gegen den chronischen Parkplatzmangel schaffen wollen.

"Wir lassen uns nicht erpressen!", antwortet darauf CSU-Stadtrat Sven Wackermann in einem Gespräch mit der AZ. Natürlich komme Bucher mit den Fahrrad- und Auto-Stellplätzen der Stadt entgegen. Um beide Garagen zu bauen, muss er tiefer in die Erde, wodurch für ihn Mehrkosten entstehen.

Passt ein Hochturm nicht in Pasinger Wohnstruktur?

Aber das rechtfertige nicht einen 16-geschossigen Wohnturm. Die Pkw-Tiefgarage sieht Wackermann ebenfalls kritisch: "Durch die Büroräume und Einkaufsmöglichkeiten entsteht mehr Bedarf an Parkplätzen, den das Bauprojekt mit der Tiefgarage deckt. Mehr Parkraum für die Anwohner wird dadurch nicht geschaffen."

Prinzipiell habe er nichts dagegen, in die Höhe zu bauen, einem Hochhaus Am Knie habe der Bezirksausschuss ja auch zugestimmt. Aber hier passe es einfach nicht in die Wohnstruktur.

Franziska Messerschmidt (SPD), ebenfalls im Bezirksausschuss, sieht das Vorhaben weniger kritisch. Den Vorschlag der Fahrradgarage begrüßt sie sehr, die SPD fordere seit langem ein besseres Verkehrskonzept für den Pasinger Bahnhof. „Wir wollen erstmal ein Urteil des Planungsreferats und einen anständigen Bebauungsplan abwarten".

Pasinger Bahnhof: SPD begrüßt Vorschlag der Fahrradgarage

Aus ihrer Sicht ist die Exter-Kolonie weit genug entfernt, das Hochhaus würde die Atmosphäre der Villenkolonie nicht zerstören. "Am Ackermannbogen ist es auch geglückt, ein Punkthaus zu setzen, das stört überhaupt nicht."

Aber ob es so hoch sein muss, fragt sie sich auch. "Dass man in die Höhe gehen muss, ist klar, aber ob es gleich 16 Stockwerke sein müssen? Vielleicht finden wir da einen Kompromiss."

Lesen Sie hier: Vorbild Utrecht - Bekommt Pasing ein Radlparkhaus?

 

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