Kriminalitätsstatistik 2015 Kriminalität in Bayern: So viele Verbrechen gibt es im Freistaat

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU, l.) und Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer. Foto: dpa

In Bayern gibt es eine „abstrakte Anschlagsgefahr“, so Minister Herrmann – und insgesamt weniger Straftaten.

 

München - Man könnte es fast vergessen, nach einer guten halben Stunde mit Zahlen zu Mord, Körperverletzung und Diebstahl, deshalb sagt Innenminister Joachim Herrmann (CSU) eines noch einmal deutlich, als er mit der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2015 fertig ist: „In Bayern leben, heißt sicherer leben.“ Die Sicherheitslage sei insgesamt gut, so der Minister. Verbrechen, insbesondere Terror, beschäftigen die Polizei jedoch auch in Bayern. Die wichtigsten Fakten.

Straftaten

Die Anzahl der Straftaten ist insgesamt rückläufig. Sie sank um 2,1 Prozent auf 594 899 Delikte. Die Kriminalitätsbelastung liegt unter Werten anderer Bundesländer, etwa Nordrhein-Westfalen. Aufgeklärt wurden 2015 62,8 Prozent der Straftaten.

Terrorismus

„Es gibt momentan keinen konkreten Anschlagshinweis auf einen Ort in Deutschland oder gar in Bayern“, sagt Herrmann. Trotzdem: Eine abstrakte Gefahr gebe es, gerade nach den Anschlägen in Brüssel nach wie vor. Um besser gewappnet zu sein, wird die Polizei aufrüsten: Künftig sollen die Schutzwesten der Beamten auch Feuer von größeren Waffen, wie zum Beispiel Kalaschnikows, standhalten.

Ausländerkriminalität

Insgesamt sinkt die Kriminalitätsrate, zugenommen hat jedoch der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger. 2015 lag er bei 31,5 Prozent. Vor fünf Jahren lag die Quote noch bei 24,2 Prozent. Diese Zahl umfasst sowohl hier wohnhafte Menschen ohne deutschen Pass, Asylbewerber und Flüchtlinge, als auch Personen, die sich nur kurze Zeit in Deutschland aufhalten. Speziell Zuwanderer, also Asylbewerber und Flüchtlinge hätten 3,9 Prozent aller Straftaten verübt, so Herrmann.

Ausländerrechtliche Delikte wurden bei dieser Quote herausgerechnet. In Asylbewerberunterkünften registrierte die Polizei vor allem Delikte wie Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung.

„Es kommen da nicht nur Friedensengel in unser Land“, sagt Herrmann und fordert eine Begrenzung der Zuwanderung. Zudem erneuert er seine Forderung nach einem europäischen Einreiseregister, in dem, wie in den USA, die Einreise in die EU sowie die Ausreise erfasst werden.

Gewaltdelikte

Die Zahl der Gewalttaten ist mit 19 220 etwa gleich hoch wie im Vorjahr. 36 Prozent dieser Delikte werden von Tätern begangen, die alkoholisiert sind. Das ist etwas weniger (3 Prozent) als 2014, jedoch immer noch ein hoher Anteil. Gleichzeitig stieg die Anzahl derer, die bei ihrer Tat unter Drogen standen auf 2,2 Prozent (plus von 0,4 Prozent).

2015 gab es 18 Morde mehr als 2014 (insgesamt 133 Fälle), jedoch weniger Totschlag, gefährliche Körperverletzung und räuberische Erpressung. Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen haben zugenommen: Die Polizei registrierte 853 Fälle, davon wurden 82 von Zuwanderern begangen.

Internetkriminalität

24 000 Straftaten gab es 2015 in diesem Bereich. Das ist eine Steigerung um 12,7 Prozent im Vergleich zu 2014. 16 Millionen Euro Schaden wurde angerichtet. Die Dunkelziffer dürfte aber noch höher liegen.

Unter den Begriff Internetkriminalität fallen dabei verschiedene Tatbestände. Bei zwei Drittel handelt es sich um Betrugskriminalität. Immer häufiger schleusen Kriminelle Schadsoftware auf fremde Computer und erpressen die Opfer, indem sie drohen, die die Daten zu zerstören.

Drogen

Die Zahl der Drogentote hat im Vergleich zu 2014 um ein Viertel zugenommen. Zugleich deckte die Polizei mehr Rauschgiftdelikte auf, insgesamt 41 166.

Politisch motivierte Straftaten, etwa Anschläge auf Asylbewerberheime, tauchen in der Statistik nicht auf. Sie werden erst im April vorgestellt – zusammen mit dem Bericht des Verfassungsschutzes.

 

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