Alle Informationen Kosten und Reichweite: Passt ein Elektro-Auto zu mir?

, aktualisiert am 18.10.2016 - 14:01 Uhr
Elektro-Smarts stehen an den Säulen einer Stromtankstelle. Während sich in Fuhrparks mancher Firmen und Behörden immer mehr E-Autos finden, steigen die Autofahrer privat noch eher weniger auf Elektromobilität um. Foto: dpa

Seit Juli können sich Verbraucher den Kauf mit einer Prämie von 4000 Euro fördern lassen – doch kaum jemand nutzt das Angebot. Wer sich trotzdem dafür entscheidet, sollte sich zuvor Gedanken machen.

 

Bei Elektroautos gibt es Unterschiede. Doch sind die groß genug, dass die Batterieautos sich bereits nach Nutzergruppen sortieren lassen? Oder sind das noch alles Vehikel für ökologische Überzeugungstäter? Solche, die nie mehr in den Urlaub fahren, weil der Saft im Akku nicht reicht? Und wie steht es mit den Kosten? Experten sind unterschiedlicher Auffassung bei diesen Fragen.

"Ein reines Elektroauto ist derzeit eher etwas für Zweit- und Drittwagenbesitzer", urteilt Auto-Experte Stefan Bratzel. "Es eignet sich aufgrund der begrenzten Reichweite nur für eine enge Nutzergruppe."

Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE), ein Beratungsgremium der Regierung, sieht die Entwicklung weiter: "In Deutschland zeigt sich, dass die durchschnittliche Tagesfahrleistung rund 22 Kilometer beträgt", hält das Gremium fest. E-Autos seien heute daher schon voll alltagstauglich und "die Reichweitenangst eigentlich eine irrationale Sache."

Noch werden E-Autos kaum gekauft

Die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur ist laut NPE – neben der Reichweite und dem höheren Preis von E-Autos – eines der Themen, die die Nutzer beschäftigen. Längst nicht jeder hat eine Garage mit Lademöglichkeit zur Verfügung – das ist wohl auch ein Grund, warum kaum jemand ein E-Auto kauft. Bis Mitte Oktober haben nur 3665 Käufer vom zuständigen Bundesamt die Prämie von 4000 Euro bewilligt bekommen.

Aber an den Problemen wird gearbeitet: "In vielen Großstädten Deutschlands gibt es Ausbauplanungen für Ladeinfrastruktur – auch in Wohngebieten", teilt die NPE mit.

Die Internetplattform "Chargemap", deren Ziel es laut eigenen Angaben ist, weltweit alle öffentlichen und halböffentlichen Ladestationen für E-Autos aufzulisten, gibt für die Stadt München mittlerweile 95 Ladestationen an. 21 davon werden von den Stadtwerken München betrieben. Auch Eon und RWE betreiben E-Ladestationen.

Die Kosten - Billiger in der Wartung

Bei den Kilometerkosten geht der ADAC davon aus, dass ein Großteil der aktuellen E-Modelle teurer als Benziner oder Diesel bleibt – Kaufprämie hin oder her. Liegt der Autopreis mit Elektromotor nicht höher als netto 60 000 Euro in der Basisausführung, gibt es 4000 Euro und bei Steckdosenhybriden 3000 Euro Prämie. Angesichts der noch niedrigen Spritpreise fällt kaum positiv ins Gewicht, dass reine Stromer von der Kfz-Steuer befreit sind. Die Jahreskosten für Plug-in-Hybride liegen aufgrund des offiziell niedrigen CO2-Austoßes oft bei nur 30 Euro im Jahr.

Bei den Stromkosten kommt es auf den Preis pro Kilowattstunde und den Verbrauch an.

Zwei Beispiele: Bei 28 Cent je kWh kostet der Strom für 100 Kilometer im E-Golf bei einem Verbrauch von 12,7 kWh 3,56 Euro. Im Kia Soul EV (14,7 kWh) wären es 4,12 Euro. Ein sparsamer Diesel, der vier Liter benötigt, verursacht bei einem Literpreis von 1,10 Euro nicht viel mehr Kraftstoffkosten. Was man laut Willi Diez, Chef des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) sicher sagen kann, ist, dass ein E-Auto im Unterhalt billiger kommt, weil weniger Wartungskosten anfallen. "Man muss kein Öl wechseln und es rostet kein Auspuff durch."

 

1 Kommentar