Konzept vorgestellt Neustart in München: Die IAA entdeckt das Radl

Am Mittwoch wurde das neue IAA-Concept in München präsentiert. Foto: Sven Hoppe/dpa

Wenn die IAA 2021 nach München kommt, soll es nicht nur um PS gehen, sondern auch um andere, grüne Mobilitätsformen. Und der Marienplatz wird zur Ausstellungsfläche.

 

München - Im September 2021 und 2023 kommt die Internationale Automobilausstellung (IAA) nach München. Es wird eine veränderte IAA sein, so der Verband der Automobilindustrie (VDA). Nach fast 70 Jahren in Frankfurt wechselt die IAA nach Bayern.

Statt einer reinen Autoschau soll die neue IAA eine international führende "Plattform für Zukunfts-Mobilität" werden. Im Mittelpunkt stehen Automobile und nachhaltige Mobilität, intelligente Verkehrslösungen und Dialogformate.

"Mobilität ist ein Grundbedürfnis des Menschen", sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Dies in allen Facetten zu erfüllen, sei eine immer größere Herausforderung, der sich Wirtschaft und Politik stellen müssten. Es dürfe nicht heißen "entweder Auto oder Rad", sondern "sowohl Auto als auch Rad", so Müller. "In großen Städten gibt es neue Herausforderungen, darüber dürfen wir aber nicht die Menschen auf dem Land vergessen. Es ist immer die Verbindung der Dinge, die wir auf der IAA darstellen wollen."

Die Messe soll ein "neuer Dreiklang" werden. Auf dem "Summit" im Riem werden Marken und Produkte präsentiert sowie Konferenzen für Fachleute abgehalten. Im "Open Space" auf Plätzen in der Innenstadt – zum Beispiel am Marienplatz und in den Innenhöfen der Residenz – finden Foren des Austauschs über Mobilität der Zukunft statt, neue Technologien sind zu sehen.

Es soll über Mobilität diskutiert werden

Bürger können hier diskutieren, kritisieren, Ideen einbringen und auch mal ein E-Bike ausprobieren. Auf der "Blue Lane" kann man zwischen Messe und Innenstadt zukunftsweisende Mobilität buchstäblich "erfahren". Nur Shuttlebusse und schadstoffarme Autos mit mindestens zwei Insassen sind zugelassen.

"Die neue IAA in München soll Treiber und Impulsgeber für Lösungen zur Mobilität der Zukunft sein", so Müller und Messechef Klaus Dittrich. Dieser betont: "Wir werden der Branche die bestmögliche Plattform für Zukunftsmobilität bauen."

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) erklärt, Mobilität sei ein zentrales Thema der Stadt. Er sei froh über den Ansatz, nicht über "entweder/oder" sondern über bedarfsgerechte Lösungen zu sprechen. Zudem sei die IAA schlicht ein Wirtschaftsfaktor, der vielen Branchen einen Schub gebe.

"Kritiker sind herlich willkommen"

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagt, das Auto sei Herzstück der bayerischen Industrie, ohne dass es weniger Wohlstand gebe. Es brauche einen Technologiesprung, der eine neue Kraftfahrzeug-Generation hervorbringe. Mit der IAA als Festival und Denkfabrik gebe es vielleicht einen Neustart.

Obwohl Umweltverbände schon gegen die IAA protestieren, fürchtet Hildegard Müller keine Demonstrationen vor der Messe: "Jeder kann bei uns gewaltfrei mitdiskutieren, Kritiker sind herzlich willkommen."

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