Konsolidierungskurs bei den Löwen TSV 1860: Der letzte Hilferuf von Sechzig-Coach Daniel Bierofka

Der Vertrag von Trainer Daniel Bierofka beim TSV 1860 läuft bis Sommer 2022. Foto: imago/foto2press

Der strenge Konsolidierungskurs und die Folgen: Die sportliche Führung appelliert bei der Sitzung des Aufsichtsrats an die Bosse des TSV 1860.

 

München - Eines steht fest beim TSV 1860: Die Dinge erledigen sich – jedenfalls im positiven Sinne – so gut wie nie von selbst. "Das wird sicherlich kein Selbstläufer", erklärte Günther Gorenzel mahnend über die verbleibenden fünf Saisonspiele der Dritten Liga, deren negativer Ausgang die Löwen bei aktuell sieben Punkten Vorsprung auf Rang 17 doch noch in Abstiegsängste versetzen könnte.

Sechzigs Geschäftsführer hätte aber genauso gut etwas anderes meinen können: eine wegweisende Tagung über die Zukunft der Löwen. Die Bosse des TSV 1860 trafen sich am Dienstagnachmittag in der Geschäftsstelle zur Aufsichtsratssitzung. "Ich werde die Aufsichtsratssitzung nicht kommentieren, weil das nicht zu meinem Aufgabenbereich gehört", erklärte Gorenzel zunächst, bevor er zumindest durchblicken ließ: "Das Einzige, was ich sagen kann: Der Geschäftsführer Sport und der Geschäftsführer Finanzen werden einen Bericht über ihre Bereiche abgeben."

1860-Etat schrumpft auf zunächst drei Millionen Euro

An sich keine außergewöhnliche Aktion, denn Scharold legte schon vor Gorenzels Beförderung vom Sportchef zum Geschäftsführer Zeugnis bei den Bossen ab. Nach AZ-Informationen hat Gorenzel aber, auch im Namen von Trainer Daniel Bierofka, nun einen letzten Hilferuf für eine solide sportliche Zukunft abgegeben.

Die Kaderplanung für die Saison 2019/20 muss – wie bei allen anderen Profi- und Drittligaklubs auch – längst vorangetrieben werden, einzig: Da die beiden Gesellschafter – Präsident Robert Reisinger und die e.V.-Oberen einerseits, Investor Hasan Ismaik und dessen Sprecher und Aufsichtsrat Athanasios "Saki" Stimoniaris andererseits – im Clinch liegen, steuert Sechzig nach wie vor einem strengen Konsolidierungskurs entgegen.

TSV 1860 spart: Sportliche Führung schlägt Alarm

Anstelle von aktuell geschätzt 4,5 Millionen Euro sollen in der kommenden Spielzeit nur noch drei Millionen eingeplant sein, was nur noch zwei Dritteln des aktuellen Spieleretats entspricht. Im Jahr darauf sollen nur noch 2,5 Millionen vorgesehen sein. Bierofka und Gorenzel haben bereits mehrmals erklärt, dass man mit derartigen Einsparmaßnahmen weder Neuverpflichtungen noch die Vertragsverlängerungen aller ursprünglich eingeplanter Akteure angehen könne und Einsparmaßnahmen im Jugendbereich der Talententwicklung nicht förderlich seien.

Die Folgen? Unabsehbar. Reisingers Vorschlag im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", Ismaik solle in den folgenden drei Spielzeiten jeweils eine Million Euro mittels Genuss-Scheinen mit Sofortkasse und je eine Million durch Sponsoring-Gelder geben, kommt für den Jordanier nach AZ-Informationen nicht infrage. Ergebnisse oder gar einvernehmliche Zukunftspläne aus der Sitzung sind unterdessen noch nicht überliefert. Wäre ja auch nicht Sechzig, wenn das ein Selbstläufer wäre.

 

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