Kompakt-Japaner unter die Lupe genommen Honda Civic 1.5 Sport VTEC Turbo im Test: Der junge Wilde

Der Honda Civic setzt beim Design einen Schwerpunkt auf den sportlichen Auftritt. Foto: Rudolf Huber

Früher war er mal ganz brav. Aber seit ein paar Jahren gibt der Honda Civic gerne den jungen Wilden. Und so wird auch der Test des Kompakt-Japaners zum speziellen Erlebnis.

 

München - Mit seinem Civic hat Honda seit einigen der aktuell zehn Generationen immer wieder kräftig polarisiert. Die Japaner sind dem Motorsport eng verbunden, das spürt man bei ihnen auch im eigentlich braven, massentauglichen Kompaktsegment. Der Civic ist einfach anders, er ist krasser, heftiger – auch als Fünftürer im Golf-Format, den wir ausgiebig ausprobiert haben.

Und zwar in Gestalt des – Achtung: Honda Civic 1.5 Sport VTEC Turbo. Man könnte noch hinzufügen: 134 kW, 6-Gang-Handschaltung, dann ist ganz klar, was da in fetzigem Racing-Rot bewegt wurde. Bewegend war der zweiwöchige Kontakt mit dem Civic ohne Frage. Weil in seiner Brust nämlich zwei Seelen wohnen. Die des alltagstauglichen, recht geräumigen und praktischen Begleiters. Und die Variante mit dem Messer zwischen den Zähnen: Wer dem 1,5-Liter-Turbovierzylinder nämlich die Sporen gibt und ihn kräftig drehen lässt, wird mit sehr knackigen Fahrleistungen und der dazu passenden Auspuff-Akustik versorgt. 182 PS sind eben ein Wort.

Honda Civic 1.5 Sport VTEC Turbo: 182 PS und von 0 auf 100 in 8,2 Sekunden

Und das maximale Drehmoment von 240 Nm ebenso. Der Vollständigkeit halber: 0 bis 100 km/h dauert 8,2 Sekunden, die Spitze liegt bei 220 km/h – mehr als ausreichend, auch für einen betont sportlich ausgelegten Kompakten. Und der Verbrauch? 5,8 Liter schluckt der 4,52 Meter lange Civic auf dem Prüfstand, in Echt war es eineinhalb Liter mehr.

Diese grundsätzliche Ausrichtung zeigt sich sehr schön auch am Fahrwerk, das nicht mit zu viel Härte nervt, aber dafür mit hoher Präzision auch in schnellen und sehr schnellen Kurven verwöhnt. Die Lenkung passt von ihrer Abstimmung her exakt ins Gesamtbild: Der Civic Fünftürer Sport lässt sich sehr fahraktiv und sicher bewegen.

Honda Civic 1.5 Sport VTEC Turbo: Innen geräumig, außen cool

Dass es bis zum noch dynamischeren Type R nicht allzu weit ist, zeigt die spezielle Civic-Optik, die vorne große Lufteinlässe und hinten die zwei mittig platzierten, dicken Auspuff-Endrohre und zwei auffällige Spoiler zu bieten hat. Der untere durchschneidet das Heckfenster und sorgt für einen schlechteren Blick nach hinten, schaut aber sicher in den Augen seiner Fans ziemlich cool aus.

420 bis 1209 Liter Gepäck kann der Civic in der Sport-Version schlucken, die Passagiere vorne und hinten können sich nicht über einen Mangeln an Platz beschweren – wobei der Civic, was etwa das Aus- und Einsteigen betrifft, ein exakter Gegenentwurf zum grassierenden SUV ist: Das alles spielt sich sozusagen im Souterrain ab. Was sich sonst noch so im Inneren abspielt? Zum Beispiel das muntere Angebot an Infos, die das elektronische Cockpit vermittelt. Quasi analog wird die Drehzahl dargestellt, die Geschwindigkeit stets digital. Die Bedienbarkeit ist nicht das Maß aller Dinge, aber gegenüber den Vorgängern hat der Civic einen großen Schritt hin zum schnellen Eingewöhnen gemacht.

Honda Civic 1.5 Sport VTEC Turbo: Reizvolles Auto mit Ecken und Kanten

Ein großer Schritt ist auch sein recht üppig ausstaffiertes Sicherheitspaket namens Honda Sensing – etwa mit Spurhalte-und Fernlicht-Assistent, Abstands-Tempomat und Verkehrszeichen-Erkennung schon in der Grundausstattung. Ab der Elegance-Linie ist auch die zweite Generation des Infotainment-Systems Honda Connect an Bord, das Apple CarPlay und Android Auto unterstützt.

Fazit: Der Honda Ciciv ist ein wirklich interessanter Vertreter des Kompaktsegments, er hat ganz eigene Ecken und Kanten, die man mögen muss, um überhaupt mit ihm warm zu werden. Er ist ein spezieller Typ – und vielleicht macht das für viele seiner Käufer (Sport 1.5 VTEC ab 28.990 Euro) gerade seinen Reiz aus.

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