Kommentar Ab ins Museum

Die Flagge aus Bürgerkriegszeiten (1861-1865) steht Kritikern zufolge für die Bereitschaft der damals zusammengeschlossenen Südstaaten, in den Krieg gegen die nördlichen US-Bundesstaaten zu ziehen, um die Sklaverei beibehalten zu können. Foto: dpa

Die AZ-Redakteurin Rosemarie Vielreicher über die Debatte der Südstaaten-Flagge.

 

München - Stolz brüstet sich der Neunfach-Mörder von Charleston vor seiner Tat im Netz mit der Südstaatenflagge. Dieses Stück Stoff, das von vielen Amerikanern verharmloste und auch zelebrierte Muster aus Zeiten des Bürgerkrieges vor 150 Jahren ist kein nostalgisches Symbol. Es steht für Hass, Sklaverei, Rassismus gegen Schwarze. Auch heute noch. Das lässt sich nicht beschönigen, nicht wegwischen. Es ist deswegen längst an der Zeit, dass die Konföderiertenflagge ein für alle mal von staatlichen Gebäuden abgenommen wird.

Die Forderung von US-Präsident Barack Obama und selbst Republikanern wie Mitt Romney und Jeb Bush ist keine Überreaktion, kein Beschwichtigungsversuch, um schnell wieder für Ruhe zu sorgen. Allein dass sich Republikaner und Demokraten einig sind und die Flagge einmotten wollen, zeigt, wie wichtig dieser Akt für die Vereinigten Staaten ist.

Das Land kann es sich einfach nicht leisten, nach all den Übergriffen auf Schwarze eine Flagge auf einem Regierungsgebäude wehen zu lassen, die ganz klar für Rassismus steht und heute auch vom Ku Klux Klan verwendet wird. Die Südstaatenflagge stammt aus zum Glück längst vergangenen Zeiten und so sollte sie heute auch behandelt werden: Ab ins Museum mit ihr.

 

1 Kommentar