Thema im Münchner Stadtrat Pläne für autofreie Münchner Innenstadt: Schleppend geht's voran

Autofrei geht anders: Blick ins Tal, wie es sich alltäglich präsentiert. (Archivbild) Foto: Daniel von Loeper

Aus der Stadtverwaltung gibt's jetzt einen Masterplan die für Münchner Altstadt. Zuerst sollen strengere Parkregeln her. Kommende Woche beraten die Stadträte darüber.

 

München - Verkehrsberuhigte Bereiche! Erweiterung der Fußgängerzone! Ein Altstadt-Radl-Ring! Und sogar der "Boulevard Sonnenstraße"!

Wer den Masterplan zur autofreien Innenstadt von Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) überfliegt, könnte meinen, dass sie bald kommt: die historische Stadtmitte, in der Fußgänger entspannt schlendern können, in der es breite, sichere Wege für Radler gibt, in der die Luft reiner ist, die Flächen freier sind.

Parken nach 19 Uhr soll teurer werden

Jedoch handelt es sich bei dem Entwurf, den der Stadtrat kommenden Mittwoch beschließen soll, in den meisten Fällen zunächst nur um Pläne für einen Plan. Was schnell umgesetzt werden könnte, sind strengere Parkregeln.

Bisher sind in der blauen Altstadt-Parkzone die Parkplätze montags bis samstags kostenpflichtig – und zwar von 8 bis 23 Uhr. Das soll auch so bleiben. Allerdings soll ein Ticket nach 19 Uhr künftig nicht mehr nur einen Euro kosten, sondern, wie den Rest des Tages, 2,50 Euro.

Innerstädtische Fußgängerzone erweitern

Und die Stadt will noch mehr gegen Langparker tun: Zwischen 8 und 19 Uhr sollen Autofahrer in der Altstadt bald nur noch eine Stunde parken dürfen - statt bisher zwei Stunden. Erst als nächsten Schritt soll die Parkreglung grundsätzlich überarbeitet werden. Dann dürften nur noch Menschen mit Sonderreglung - etwa Anwohner und Händler - auf den Straßen in der Altstadt parken.

Und erst dann könnte man auch daran denken, die Parkplätze zurückzubauen und die Flächen anderweitig zu nutzen.

Doch Merks Masterplan greift auch die Vorschläge auf, die vor allem von den Rathaus-Grünen, aber auch von SPD, Linken und ÖDP teils seit Jahren gefordert werden. So könnte durchaus die innerstädtische Fußgängerzone erweitert werden. Mögliche Straßen, die dafür infrage kommen, sind etwa das Tal, die Dienerstraße, die Fürstenfelder Straße, die Hackenstraße und die Westenriederstraße.

Altstadt-Radlring wird diskutiert

Prüfen will das Planungsreferat auch, ob bestimmte Bereiche in der Stadt zu verkehrsberuhigten Zonen umgewandelt werden können. Die Geschwindigkeit würde hier dann auf 20 oder 30 Stundenkilometer begrenzt werden.

Und auch der Altstadt-Radlring, der Teil des Bürgerbegehrens "Radentscheid München" ist, steht zur Debatte. Problematisch könnte hier die Fraunhoferstraße mit ihrer schmalen Fahrbahnbreite werden. Zumindest, wenn die Stadt die vom "Radentscheid" geforderte Mindestbreite von 2,30 Metern und die Regelbreite von 2,80 Metern pro Fahrtrichtung einhalten will, wird's eng.

Auch der "Boulevard Sonnenstraße" könnte in Zukunft Realität werden. Hier würden Fahrspuren für Autofahrer oder Parkplätze gestrichen, um Fußgängern mehr Platz zum Flanieren zu schaffen.

So sehr sie sich freuen, dass ihre Ideen jetzt ernsthaft diskutiert werden, geht den Grünen im Rathaus die Umsetzung noch deutlich zu langsam. Fraktionschef Florian Roth zur AZ: "Die autofreie Altstadt haben wir schon vor mehr als 25 Jahren gefordert. Uns fehlt hier vom Planungsreferat noch eine klare Richtung."

Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zum Thema

Lesen Sie hier: Autofreie Innenstadt - So haben Sie München noch nie gesehen

 

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