Kombi mit Stern im Alltagstest Mercedes C 220 d: Gepflegte Kombination

Angenehmer Reisekombi im noch kompakten Format: das Mercedes C-Klasse T-Modell. Foto: Daimler

Sie ist kein Raumwunder, aber praktisch proportioniert. Und dazu ist die Mercedes C-Klasse speziell als T-Modell ein echter Verkaufsrenner. Warum, klärt unser Test.

 

München - Ehe Mercedes vor gut einem Jahr die aktuelle C-Klasse kräftig auffrischte, hatte sie schon ordentlich Meriten eingesammelt: rund 415.000 Verkäufe - das ist wirklich ordentlich. Dank der Neuerungen ist der Gegner von 3er-BMW und Audi A4 wieder auf dem aktuellen Stand und reif für weitere Verkaufsrekorde. So der Eindruck nach dem Test des C 220 d als T-Modell.

Touring, Avant, T-Modell: Drei Namen für die Kombi-Version. Bei Mercedes sind die Rucksack-Modelle traditionell sehr erfolgreich, und das mit gutem Grund: Schließlich bieten sie auch eine Menge mehr Alltagsnutzen und Fähigkeiten, die auch auf der Dienstreise oder beim Urlaubstrip mit der (nicht allzu großen) Familie sehr gefragt sind.

Nicht eng, aber auch nicht geräumig

Die Einschränkung in Sachen Familienmitglieder erschließt sich beim ersten Einsteigen in das Stuttgarter Erfolgsmodell. Denn dabei geht es zwar nicht wirklich eng, aber definitiv auch nicht geräumig zu. Sehr große Menschen tun sich tatsächlich ein bisschen schwer, bis sie ihren dann ausreichend dimensionierten Sitzplatz in der ersten Reihe eingenommen haben. Und hinten kriegen sie schnell Beklemmungen. Schon klar: Die C-Klasse ist zwar durch und durch Mercedes. Aber eben im kompakteren Format. Das gilt auch fürs praktische und gut nutzbare Gepäckabteil, das mit 460 bis 1480 Liter Fassungsvermögen nicht die Spitze des aktuell Gebotenen erreicht.

Sei's drum, schließlich ist die mit schicken Design-Schmankerln aufgehübschte C-Klasse nicht als Raumtransporter gedacht, sondern als feiner, wie maßgeschneidert passender Begleiter gerne auch für die langen Touren. Speziell in der getesteten Diesel-Version lädt der 4,81 Meter lange Schwabe geradezu dazu ein, mit ihm auf Tour zu gehen. Der 194 PS starke, mit SCR-Kat und sonstigen Säuberungseinrichtungen ausgestattete Zweiliter-Diesel ist ein echter Hit, seine Zusammenarbeit mit dem Neungang-Automaten eine sehr erfolgreiche: Der Kombi schiebt auf Wunsch sehr ordentlich an, lässt sich aber auch entspanntes Cruisen mit niedrigen Drehzahlen zu - um auf Pedaldruck sofort wieder in den Power-Modus zu wechseln.

Von 0 auf 100 in sieben Sekunden

In Zahlen schaut das dann so aus: Von 0 bis 100 km/h vergehen genau 7,0 Sekunden, erst bei 233 Sachen muss sich die engagierte Maschine dem Gegenwind geschlagen geben. Den Normverbrauchswert von 4,8 Litern je 100 Kilometer haben wir im Test nicht geschafft, die gemessenen 6,4 Liter sind angesichts der öfter mal eher flotten Fahrweise aber auch ein guter Wert.

Was bei der C-Klasse ganz besonders auffällt, ist das Gesamtpakte aus Antrieb und Fahrwerk. Letzteres ist ein Thema für sich, denn die gebotene Kombination aus Komfort und Sportlichkeit ist beeindruckend - typisch Mercedes eben, nicht so knackig wie bei BMW und Audi, aber beruhigend sicher und einfach sehr angenehm. Und schließlich kann die C-Klasse ja auch Sport. Wenn der entsprechende Modus aktiviert wird, fühlen sich Dynamiker gleich noch wohler.

44.333 Euro will Mercedes mindestens für den C 220 d als T-Modell. Das ist zumindest mal eine Hausnummer zur groben Orientierung. Denn wer einmal die Preis- und Sonderausstattungsliste studiert hat, wird wohl kaum ohne folgenschwere Häkchen davonkommen: Ob Multikontursitz-Paket mit verstellbaren Seitenwangen und Lordosenstütze sowie Massagefunktion, volldigitales, 12,3 Zoll großes Display und hochauflösendes Zentraldisplay im 16:9-Format mit 10,25-Zoll-Bildschirmdiagonale, ob Burmester-High-End-Anlage oder die Energizing Komfortsteuerung mit Beduftung und Licht- und Musikstimmungen – macht alles Spaß und Sinn. Es kostet halt auch ordentlich. Aber das ist nun auch keine echte Überraschung.

 

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