Kinderporno-Affäre Edathy-Fall: Es wird eng für Michael Hartmann

Hat er gelogen oder nicht? Edathy behauptet, er sei von Hartmann gewarnt worden. Hartmann bestreitet das. Foto: dpa

Der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann wurde erneut in der Edathy-Affäre belastet. Hartmann soll Edathy vor Ermittlungen in Zusammenhang mit Kinderpornografie gewarnt haben.

Berlin - Der von seiner Schweigepflicht entbundene Anwalt von Sebastian Edathy hat den SPD-Abgeordneten Michael Hartmann weiter belastet. Am 27. November 2013 sei er von Edathy wegen möglicher Kinderpornografie-Ermittlungen im Zusammenhang mit einer Firma in Kanada bevollmächtigt worden, sagte der Anwalt Christian Noll am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags. Edathy habe ihm eröffnet, dass der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hartmann, ihm anvertraut habe, dass das Bundeskriminalamt bereits mit der Sache befasst sei.

Zudem wüssten der Innenstaatssekretär Klaus-Dieter Fritsche, der damalige Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), SPD-Chef Sigmar Gabriel, der damalige SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und der damalige Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann Bescheid. Noll sagte, Oppermann habe Hartmann angeblich gesagt, dass er nicht mit Edathy darüber sprechen solle.

In einem weiteren Gespräch am 17. Dezember habe Edathy gesagt, er wisse nun, wer der Informant von Hartmann gewesen sei, nämlich der damalige BKA-Chef Jörg Ziercke, so Noll. Ende Januar habe er (Noll) im Urlaub in Spanien von Edathy eine SMS erhalten, er habe von "H" gehört, dass er von "Z" wisse, dass es jetzt ernst werde. Wenige Tage später legte Edathy sein Mandat nieder, kurz darauf wurden seine Büroräume und die Wohnung durchsucht.

Hartmann soll nach der Vernehmung Nolls erneut befragt werden - er bestreitet, Edathy über die Ermittlungen informiert zu haben.

 

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