Kiloweise Pyrotechnik und Chemikalien Polizei nimmt Drogenlabor am Gondrellplatz hoch - Senioren-Notruf war Auslöser

, aktualisiert am 20.11.2019 - 14:44 Uhr
In der Münchner Ludlstraße hat die Polizei ein Drogenlabor ausgehoben. Foto: ho

In der Nähe des Gondrellplatzes findet das LKA in einer Wohnung eine größere Menge an Rauschgift sowie kiloweise Pyrotechnik und Chemikalien. Dutzende Beamte nehmen das Drogenlabor auseinander. Am nächsten Tag wird klar: nur durch einen Zufall flog das Labor auf.

 

München - Nachdem am Dienstagabend etwa 50 Einsatzkräfte des Landeskriminalamts (LKA) die Dreizimmerwohnung eines 44-Jährigen in der Nähe des Gondrellplatzes durchsucht haben, haben Polizei und LKA am Mittwoch neue Details bekannt gegeben. Auf das Labor, in dem die Beamten synthetische Drogen, rund 50 Kilogramm Pyrotechnik, illegale Feuerwerkskörper sowie mindestens 100 Kilogramm an Chemikalien fanden, war man durch einen Zufall aufmerksam geworden. 

Senioren-Notruf führt zu Drogenlabor in München-Hadern

In dem Haus in der Ludlstraße hatte der Senioren-Notruf ausgelöst und automatisch den Pflegedienst alarmiert. Als der Pflegedienst mit einem Schlüssel die Wohnungstür öffnete, war jedoch niemand anwesend. Auch ein Notfall konnte nicht festgestellt werden. Stattdessen standen die Mitarbeiter plötzlich in einer mit Chemikalien und Pyrotechnik vollgestopften Wohnung, weswegen sie die Polizei alarmierten. Nach AZ-Informationen sollen die Regale, die mit Chemikalien gefüllt waren, in einem der Zimmer sogar bis hoch zur Decke gereicht haben.

Es ist davon auszugehen, dass ein älterer Verwandter des 44-Jährigen - möglicherweise dessen Vater - den Hausnotruf versehentlich betätigt hatte.

Kurz nachdem das LKA das Drogenlabor hat auffliegen lassen, gingen die Beamten wegen des Aufbaus der Wohnung davon aus, dass der Bewohner dort Sprengstoff hergestellt haben könnte. Deswegen waren auch Sprengstoffexperten und Chemiker unter den Einsatzkräften, wie ein LKA-Sprecher der AZ bestätigte. Sprengstoff selbst hat das LKA allerdings nicht gefunden. Die Mehrzahl der gefundenen pyrotechnischen Gegenstände waren legal, bei den meisten hat es sich um handelsübliche Feuerwerkskörper gehandelt. Doch einige der Gegenstände waren auch manipuliert oder illegal.

44-Jähriger wird Ermittlungsrichter vorgeführt

Die Polizei passte den 44 Jahre alten Bewohner am Nachmittag auf dem Rückweg von seiner Arbeitsstelle in der Maxvorstadt ab. Nach AZ-Informationen soll der Mann auch beruflich mit Chemikalien zu tun haben. Ob er Substanzen aus der Arbeit entwendet und in seine Wohnung gebracht hat, ist aktuell noch Teil der Ermittlungen.

Zwar fanden die Beamten keinen Sprengstoff, dafür gab der 44-Jährige allerdings an, auch über leicht radioaktives Material zu verfügen, weswegen Strahlenschutzexperten des LKA angefordert wurden. Radioaktives Material wurde nach AZ-Informationen jedoch weder in der Dreizimmerwohnung noch im Keller gefunden. Welche Substanzen genau gefunden wurden, wird in den kommenden Tagen untersucht. Auch die Durchsuchung der Wohnung soll noch den gesamten Mittwoch über andauern. Danach wird die Wohnung versiegelt. 

Der 44-jährige Bewohner ist nicht polizeibekannt. Gegen ihn erging am Mittwoch Haftbefehl wegen des Verdachts des Herstellens synthetischer Drogen in nicht geringer Menge. Die weiteren Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft München I und dem Bayerischen Landeskriminalamt geführt.

 

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