Keine Tollwut-Impfung So ist "Hugo" vor der Welpen-Mafia gerettet worden

, aktualisiert am 06.06.2017 - 16:55 Uhr
Eingesetzte Polizeibeamte mit einem Mitglied des Tierschutzvereins und dem Welpen Hugo Foto: Polizei München

Skrupellose Züchter machen Kasse mit kranken Tieren. Etliche werden erwischt – zuletzt in Neuperlach.

München - Ein Bichon-Havanes ist ein putziges, kleines Fellknäuel. Jeder kennt die niedlichen Hunde aus ungezählten Werbespots. Die Tiere sind begehrt und entsprechend teuer. Ein seriöser Züchter verlangt 1.000 Euro und mehr für einen Welpen – im Internet wurde ein Bichon-Havanes jetzt für 250 Euro angeboten.

Melanie V. (23), eine engagierte Münchner Tierschützerin, ging zum Schein auf das Geschäft ein. Eine Frau aus Rumänien hatte den erst acht Wochen alten Bichon-Havanes im Internet angeboten. Die Züchterin, eine 38-jährige Angestellte, wollte den Hund nach München bringen. In Neuperlach in der Charles-de-Gaulle-Straße wurde für Montagnachmittag 16 Uhr ein Treffen vereinbart.

Das Märchen vom kleinen Hugo

Die 38-Jährige behauptete, der Welpe sei geimpft und verfüge über alle notwendigen Papiere. "Bei einem so jungen Hund kann das unmöglich stimmen", sagt Judith Brettmeister vom Münchner Tierschutzverein.

Als die 38-Jährige mit einem gleichaltrigen Begleiter am Treffpunkt erschien, wurden sie bereits von Melanie V. erwartet. Im Hintergrund hielten sich Mitarbeiter des Münchner Tierschutzvereins sowie eine Streife der PI Neuperlach bereit.

Das Paar tischte eine rührselige Geschichte auf. Die 38-Jährige habe den Hund als Geschenk zum Geburtstag bekommen. "Hugo" heiße der kleine Welpe. Sie könne den Welpen nicht behalten, auch wenn es ihr das Herz breche. 250 Euro sollte die Käuferin für Hugo hinblättern.

Doch so weit kam es nicht. Das Paar wurde von der Polizei festgenommen. Beide wurden wegen illegaler Einfuhr eines Tieres angezeigt. Wie zu erwarten war, sind die Papiere nicht korrekt. So ist der Hund beispielsweise nicht gegen Tollwut geimpft.

Hugo braucht ein neues Zuhause.
Hugo braucht ein neues Zuhause. Foto: Tierschutzverein

Immer wieder schnappt die Polizei Welpen-Schmuggler

Hugo befindet sich inzwischen im Tierheim in Riem. Dort sucht man nach einem neuen Herrchen oder Frauchen für den Welpen, was bei dem putzigen Kerlchen bestimmt nicht schwierig sein dürfte.

Zuletzt gingen engagierten Tierschützern Anfang Mai in Ramersdorf zwei Züchter vom Balkan in die Falle. Die Männer hatten im Internet Hundewelpen angeboten, angeblich geimpft und mit allen notwendigen Papieren – alles Schwindel. Im Kofferraum der skrupellosen Züchter saßen, eingepfercht in einen Käfig, zwei völlig verwahrloste Hundebabys (AZ berichtete)

Ähnlich lief es auch Mitte Mai, als Züchter aus Ungarn fünf Jack-Russell-Terrier nach München schmuggelten. Als sie in Neuperlach die Heckklappe ihres Vans öffneten, jaulten die fünf Welpen jämmerlich. Sie waren eingepfercht in eine viel zu kleine Transportbox. Die Welpen hatten währen der Fahrt stundenlang in dem völlig überhitzen Kofferraum ausgehalten, ohne Futter und ohne Wasser. Als die Welpen in München ankamen, waren sie völlig ausgetrocknet und ausgehungert.

Lesen Sie auch: "Mangelhafter" Mops - Ronjas Herrchen bekommen ihr Geld zurück

 

2 Kommentare

Kommentieren

  1. null