Kantine des Landwirtschaftsministerium Keine Erziehungsanstalt

Von der Uni aus ist es nicht weit bis zur Kantine des Landwirtschaftsministeriums in der Ludwigstraße. Deshalb trifft man dort auch auf viele Studenten. Foto: Petra Schramek

Das Landwirtschaftsministerium ist auch für Ernährung zuständig. Doch übermäßig streng geht es in der Kantine dort deshalb noch lange nicht zu.

 

Es gibt Annahmen über Essen und Trinken, die halten sich hartnäckig. Das Vorurteil zum Beispiel, dass die Kantine eines Ernährungs- und Landwirtschaftsministeriums dem Namen nach eigentlich nur ein Ort der Selbstkastei sein kann. Angelika Reiter-Nüssle aus dem Referat für Ernährungsstandards widerspricht da vehement. „Wir sind hier auch nicht päpstlicher als der Papst", sagt sie. Gesund soll das Essen im Kasino zwar schon sein – aber unbedingt auch schmecken.

Die Lage
Von der U-Bahn-Station Odeonsplatz sind es zwei Minuten Fußweg bis zur Ludwigstraße 2 (Eingang Galeriestraße). Dann geht man durch den Innenhof zur Kantine oder folgt einfach seiner Nase. „Hier fischelt’s aber gewaltig“, sagt ein Esser und marschiert schnurstracks Richtung Kantine.
 
Die Atmosphäre
Entspannte und freundliche Menschen, mal mit Schlips und Kragen, mal ganz leger gekleidet, begegnen einem hier. Der Amtsleiter hält einem den Suppentopf mit der Kürbiscreme auf. Die Esser kommen vorwiegend aus dem Haus und den umliegenden Ministerien, aber auch viele Studenten machen es sich an den Holztischen bequem, die mit Tischdecken und kleinen Blümchen hergerichtet sind.
 
Die Chefs
Seit Juni 2012 kocht an der Ludwigstraße die „VC Vollwertkost Catering GmbH“. Fertiggerichte und Convenience-Produkte haben gleichsam den Löffel abgegeben. Zusammen mit Küchenchef Svend Hiebendahl tüftelt Prokuristin Sandra Benke den Speiseplan aus, der Gesundheit und Geschmack vereinen soll. Manches Neues sorgte bei den Traditionalisten unter den Kantinengängern für Kopfschütteln. „Als wir es einmal mit Muscheln probiert haben“, gibt Benke unumwunden zu, „war das leider ein Schuss in den Ofen.“
 
Das Essen
Das Team von Hiebendahl verköstigt an Werktagen mittags etwa 600 bis 700 Mitarbeiter und Gäste. In der Behördenkantine wird das Essen täglich frisch zubereitet, beim Frontcooking kochen die Männer mit den hohen Mützen auf den Köpfen mindestens einmal in der Woche live. Jeden Tag stehen ein vegetarisches Gericht (etwa Kürbis-Quiche mit Rucola-Dip, 4,30 Euro) und mindestens zweimal wöchentlich ein Bio-Essen wie Burgunder-Braten vom Daschinger Bio-Rind für 6,90 Euro auf dem Speiseplan. 
 
Die Spezialität
Neben dem wohl bis in alle Ewigkeit beliebten Schnitzel, freilich in Bio-Qualität, geht auch die Gemüse-Lasagne häufig über den Tresen. Voll ist die Kantine auch bei den Themen-Wochen. Gerade zu Fasching gibt es oft Fisch, im Mai eine Erdbeer-Spargel-Woche.

Ludwigstraße 2 (Eingang Galeriestraße), Mo. bis Fr. 12-14 Uhr (sonst nur für Hausinterne)
 

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