Kandidaten-Skandal Vaterstetten: AfD stellt Unbeteiligte auf - Staatsanwaltschaft ermittelt

Ein AfD-Politiker soll mehrere Menschen ohne ihren ausdrücklichen Willen auf die AfD-Liste zur Kommunalwahl gesetzt haben. (Symbolbild) Foto: Armin Weigel/dpa

Ein Politiker der AfD im Landkreis Ebersberg setzt für die Kommunalwahl willkürlich Personen auf seine Parteiwahlliste. Die Kandidaten wissen von nichts. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

 

Vaterstetten - Im Skandal um unfreiwillige Kandidaten auf AfD-Wählerlisten im Landkreis Ebersberg ermittelt nun die Staatsanwaltschaft München II. "Es ist ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, diesen Sachverhalt betreffend", sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde am Mittwoch. Der "Münchner Merkur" hatte zuerst darüber berichtet.

Der Vaterstettener AfD-Gemeinderat Manfred Schmidt soll Kandidaten auf die AfD-Wahllisten für Kreistag und Gemeinderat in Vaterstetten gesetzt haben, ohne dass die Betroffenen davon wussten. Unter den Kandidaten sind etwa eine Hochbetagte und ein Alzheimer-Patient. "Er hat gewusst, dass mein Mann Alzheimer hat", sagte Helga Steinberger über Schmidt. Die 66-jährige Rentnerin ist wie ihre 96-jährige Mutter auch selbst auf den Listen für Gemeinderat und Kreistag gelandet.

Zehn Kandidaten auf der AfD-Gemeinderatsliste zogen ihre Kandidatur rechtzeitig bis zum 23. Januar zurück, sieben meldeten sich zu spät, wie Wahlleiterin Claudia Bitzer am Mittwoch berichtete. Sie bleiben damit wählbar.

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