Japanisches Coupé-SUV im Test Mitsubishi Eclipse Cross: Anders als die Masse

Der Eclipse Cross ist der jüngste Spross der Mitsubishi-Familie. Das Coupé-SUV soll die Lücke zwischen ASX und Outlander schließen. Foto: Rudolf Huber

Der Mitsubishi Eclipse Cross schaut anders aus als andere Crossover-SUV. Aber wie benimmt er sich im Alltagseinsatz? Diese Frage klärt der Test der Benziner-Version.

 

München - Bei Mitsubishi hat das Namens-Recycling fast schon Tradition. Nach der Wiedergeburt des Space Star in Gestalt eines pfiffigen Kleinstwagens kommt mit dem Eclipse Cross erneut eine bekannte Bezeichnung zu neuen Ehren. Hier handelt es sich um einen typischen Crossover: also ein SUV mit deutlichen Anklängen an ein viertüriges Coupé.

Ob einem das Ergebnis dieser Kreuzung gefällt oder nicht, ist reine Geschmackssache. Fest steht allerdings, dass die Designer ein auffallendes Fahrzeug auf die Räder gestellt haben. Die Front wirkt auf den einen Betrachter vielleicht ein wenig zerklüftet, auf den nächsten "markant und ausdrucksstark", wie es das Mitsubishi-Marketing sieht. In der Seitenansicht wird das pfeilförmige Profil deutlich. Und das Heck mit großem Spoiler und zweigeteilter Scheibe ist wieder eine polarisierende Angelegenheit: Entweder man mag's – oder eben nicht.

Gutes Raumgefühl im neuen Mitsubishi

Das Platzangebot im 4,41 Meter langen Eclipse Cross, der in der unteren Mittelklasse antritt, ist gut. Vorne sowieso. Und auch hinten herrscht trotz der Coupé-Anmutung ein gutes Raumgefühl. Verstärkt wird es noch durch die flexible Rückbank, die 40:60 geteilt um je bis zu 20 Zentimeter verschoben und deren Lehnenneigung in acht Stufen verstellt werden kann.

Das kommt dann auch dem Kofferraum zugute, der bei ganz zurückgeschobener Bank eher bescheidene 378 Liter bietet, bei ganz nach vorne geschobenem Gestühl passen aber immerhin 485 Liter rein. Werden die hinteren Lehnen nach vorne geklappt, sind es bis zu 1159 Liter. Ein Gepäckraum-Wunder ist der Eclipse Cross also eher nicht.

Die Ausstattung ist angenehm großzügig

Sitzheizung vorne wie hinten, heizbares Lenkrad, diverse Assistenzsysteme, großer Touchscreen, Android Auto und Apple CarPlay, feine Anlage, Fernlicht-Automatik, Rückfahr-Kamera oder einfach einstellbare Klimatisierung: Bei der Ausstattung gibt sich die getestete Version Top angenehm großzügig. Die Passagiere müssen auf keine Annehmlichkeiten verzichten.

Der Testwagen rollte mit dem 1,5-Liter-Benziner mit 163 PS an, der an eine stufenlose CVT-Automatik und das Allradsystem Super All Wheel Control gekoppelt ist. Dessen Fahrdynamikregelung verteilt die Kraft nach Bedarf zwischen vorne und hinten und verbessert in Kurven durch Bremseingriffe bei einzelnen Rädern die Stabilität. Klingt ein bisschen kompliziert, klappt aber in der Praxis vollautomatisch und effektiv.

Die bei voller Beschleunigung nicht jedem Fahrer angenehme, aber CVT-typische Drehzahl- und Geräuschentwicklung des kleinen Vierzylinders lässt sich auf zwei Wegen auf ein erträgliches Maß reduzieren: Einmal durch die Betätigung des Eco-Knopfes, der das Temperament des Benziners etwas einbremst und dazu noch für niedrigeren Verbrauch sorgt. Und durch dier Nutzung der Schaltpaddel am Lenkrad, die der an sich stufenlosen Automatik acht virtuelle Gänge samt der dazu nötigen Gangwechsel vorgeben.

Besonders für Langstrecken geeignet

In der Praxis ist man mit dem Eclipse Cross, den es jetzt auch mit Diesel-Antrieb gibt, recht angenehm unterwegs. Im Test wurde er häufig als Langstrecken-Begleiter eingesetzt, dank hoher Sitzposition und gutem Gestühl lassen sich auch mehr als 500 Kilometer am Stück problemlos absolvieren. Der Komfort geht absolut in Ordnung, wer den Japaner mit 140, 150 Sachen im Eco-Modus dahinschnurren lässt, kommt auf einen Verbrauch von rund 8,5 Liter Super je 100 Kilometer. Weniger geht auch, dann muss der Gasfuß aber wirklich sehr vorsichtig eingesetzt werden.

Hohe Flexibilität, viel Fahrkomfort, Sicherheit durch Assistenten und Allrad, eine ganz eigene Optik und das CVT-Getriebe: Der Mittelklasse-Mitsubishi setzt auf dem Markt eigene Zeichen und schwimmt nicht in der Masse mit. Ausgeben muss man für die Basisversion mit Sechsgang-Handschalter mindestens 18.990 Euro – das ist der bis Ende August geltende "Kommunikationspreis", der exakt 3.000 Euro unter dem Listenpreis liegt. Der getestete Top-Benziner steht mit 35.090 Euro in der Liste, wird vom Händler also ab 32.090 Euro abgegeben.

 

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