Investor stellt Modell vor Mit Fußballplatz: Neuer Plan für die Münchner Großmarkthalle!

Ein riesiges Dach, auf dem Büros, Grünflächen oder sogar ein Fußballplatz liegen: So stellen sich die Investoren UGS ihre neue Großmarkthalle vor. Foto: Henn Architekten

Der private Investor UGS will, dass sich der Betrieb vollständig in einer geschlossenen Halle abspielt. Darüber türmen sich Büros für 2.500 Jobs, Parks – und ein Fußballplatz.

 

München - Man muss sich ein wenig die Augen reiben, so anders sieht das aus, was mal die alte Großmarkthalle in Sendling ersetzen soll.

Eine riesige mehrstöckige Halle, darauf ein Deckel. Und darauf: drei Bürohäuser, die entlang der Schäftlarnstraße bis zu 68 Meter in den Himmel ragen und in die rund 2.500 Beschäftigte passen. Daneben sind auf diesem Riesendach kleine Parks zu sehen, Flanierstufen, Bäume, ein Sportplatz, sogar ein ganzes Fußballfeld.

So jedenfalls sieht das Modell aus, das der private Investor "Umschlagzentrum Großmarkt München" (UGM) am Dienstag erstmals der Stadtgestaltungskommission vorstellt. Der Gruppe an Fachleuten also, die den Stadtrat zu besonderen Architekturprojekten berät.

Weniger Lärm: Vollständig überdachte Großmarkthalle

Nach den Plänen des beauftragten Architektenbüros Henn soll sich der Großmarkthallenbetrieb in Zukunft vollständig in einer geschlossenen Halle abspielen, die mehrere Unter- und Obergeschosse hat. Auch die Lkw-Parkplätze werden demnach überbaut – damit dringt nicht mehr so viel Lärm in die Nachbarschaft. Unterirdisch sollen sich vor allem Parkplätze und Technikräume befinden, oberirdisch die Marktflächen. Dazu auch auf 5.000 Quadratmetern Gastronomie und Standl, an denen auch Münchner direkt einkaufen können. Um die Waren in die verschiedenen Stockwerke zu liefern, können die Lkw über Rampen hochfahren. Zudem sind Lastenaufzüge vorgesehen.

Über der "Überdeckelung", so ist den Plänen zu entnehmen, entsteht eine zweite Ebene für die Büros und Grünflächen. 55.000 Quadratmeter Geschossfläche haben die Architekten dort auf mehreren Stockwerken geplant.

Pächter UGM baut neue Großmarkthalle

Voraussichtlich am 4. oder 25. März (kurz vor oder nach der Kommunalwahl) kommt das Projekt in den Planungsausschuss des Stadtrats. Der soll einen Beschluss für die Zukunft des Areals verabschieden, in dem es auch um die Flächen geht, die durch den Neubau auf dem Areal frei werden. Dort könnte die Stadt – nach einer früheren Planung – bis zu 1.500 Wohnungen bauen.

Dass die bisherigen Hallen, die das städtische Kommunalreferat vermietet, nicht mehr zeitgemäß sind, beklagen die Händler seit Jahren. Nach langer Vorplanung hatte das Kommunalreferat 2017 Umbaupläne vorgestellt, die rund 160 Millionen Euro verschlungen hätten. Geschockt von der Summe beschloss der Stadtrat danach, einen Teil des Areals lieber in Erbpacht an das UGM zu übergeben. Das Umschlagzentrum ist seit Jahren ein großer Mieter auf dem Großmarkthallenareal – und will nun im südlichen Teil des Geländes, direkt neben dem Heizkraftwerk, selber eine neue Großmarkthalle bauen.

Fertigstellung 2025 geplant

Im Stadtrat sind nicht nur rege Debatten darüber zu erwarten, wie viele Büros auf dem "Deckel" wünschenswert sind. Auch die Verkehrserschließung muss geklärt werden. Der Großmarkt soll laut dem UGS-Konzept ausschließlich über die Schäftlarnstraße angefahren werden. Auf welcher Route die Büromitarbeiter anfahren, ist noch ungeklärt.

Wann der neue Großmarkt nach den Endlosplanereien wohl fertig wird? Zuletzt war von 2025 die Rede.

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