Interview Bier für den Papst - kräftig geschüttelt

Bier für den Papst: Bernhard Liepert (r.) und Franz Weishaupt radeln am Samstag los. Quelle: Unbekannt

Zwei Spezln wollen Papst Benedikt XVI. in Rom mit Münchner Bier versorgen. Als Transportmittel nehmen sie: das Radl

 

Bernhard Liepert ist ein 25-jähriger Student aus Hegnenbach bei Augsburg und liebt offenbar die Herausforderung. Gemeinsam mit seinem Spezl Franz Weishaupt (26) will der angehende Elektrotechniker 1500 Kilometer nach Rom radeln, um dem Papst zwei Fassl Helles zu bringen. So wie einst ein Mönch, der dem Papst Starkbier brachte, um dessen Segen für die Brauer zu bekommen. An diesem Samstag geht’s los. Vorher hat die AZ mit dem bemerkenswerten Bierlieferanten gesprochen.

AZ: Herr Liepert, wie entstand denn diese seltsame Idee, bitte?
BERNHARD LIEPERT: Beim Weißbiertrinken in meinem Gartenhaus. Wir wollten zusammen wieder verreisen, und Franz kannte die Geschichte von dem Mönch. Da war dann die Idee, nach Rom zu radeln, schnell geboren.

Der Mönch aus der Legende kam aber auf Grund der Hitze und des heftigen Schaukelns mit saurem Bier in Rom an. Wie wollen Sie das verhindern?
Der Paulaner-Braumeister hat uns versichert, dass das Bier das aushalten würde. Exportbier muss ja auch lange reisen und wird dabei kräftig geschüttelt. Ein Tag im Kühlschrank in Rom, dann es ist wieder genießbar.

Welche Route haben Sie gewählt?
Auf der Via Claudia Augusta über Landsberg, Füssen, den Reschenpass zum Gardasee. Ab da dann auf dem Sonnenradweg über die Po-Ebene und die Toskana zum Meer und weiter nach Rom. Wir werden im Schnitt 80 Kilometer pro Tag fahren. In 18 Tagen wollen wir es schaffen.

Apropos Po: Sind Sie so lange Fahrten auf dem Fahrradsattel gewohnt – oder müssen wir befürchten, dass Sie womöglich vorzeitig aussteigen?
Nein, wir sind sportlich. Wir haben letztes Jahr gemeinsam zu Fuß die Alpen überquert und sind davor auch tagelang im Sattel gesessen. Außerdem fahren wir zu Hause viel Fahrrad.

Wird der Papst das Bier persönlich entgegen nehmen?
Leider nein. Ich bin seit Mitte April mit dem Vatikan in Kontakt. Aber es ist sehr, sehr schwer, in den Sommermonaten eine Audienz zu bekommen. Die Präfektur wird die Fässer entgegen nehmen. Sie haben mir aber versichert, dass der Papst das Bier dann schnell bekommen wird.

Vielleicht bedankt sich der Pontifex ja dann später bei Ihnen.
Ja, vielleicht. Eine Karte vom Papst, das wäre schön.

 

1 Kommentar