Inhaftierter Ex-Bayern-Spieler Sao Paulo nimmt Breno unter Vertrag

Überraschung aus Brasilien: Dort nimmt Erstligist FC Sao Paulo den in München inhaftierten Breno, Ex-Spieler des FC Bayern, unter Vertrag. Und zwar bis 2015.

München - Eigentlich sitzt Breno derzeit in München-Stadelheim weiter seine dreidreiviertel Jahre Strafe wegen schwerer Brandstiftung ab. In Brasilien hat ihn nun aber sein Ex-Klub FC Sao Paulo unter Vertrag genommen - und das gleich bis 2015.

Zunächst war Brenos Name auf der offiziellen Meldeliste des Brasilianischen Fußball-Verbandes CBF aufgetaucht. Später bestätigte Sao Paulo den Vertrag per Pressemitteilung auf der Vereinshomepage. Man wolle Breno damit Solidarität ausdrücken, schrieb der Verein und sicherte dem Spieler und dessen Familie die vollste Unterstützung zu.

Der Drei-Jahres-Vertrag gäbe Breno "Sicherheit, Stabilität und vor allem eine Perspektive", so das Vereins-Statement. Breno hatte bereits von 2000 bis 2007 für den FC Sao Paulo gespielt, ehe er für zwölf Millionen Euro zum FC Bayern gewechselt war. Zuletzt war schon der Ex-Münchner Lúcio zu Sao Paulo gewechselt.

Sao Paulo gab bekannt, das man Vertrauen in die Deutsche Justiz habe, es aber begrüßen würde, Breno so bald wie möglich in den normalen Trainingsbetrieb des Klubs in Brasilien zu integrieren.

Haftlockerung für Breno?

Wann Breno das Gefängnis in Deutschland verlassen darf, oder ob er nach Brasilien überstellt wird, ist jedoch noch völlig unklar. Zuletzt hatte der Verteidiger des 23-Jährigen, Steffen Ufer, jedoch aufgrund einer laufenden Revision auf eine baldige Haftlockerung gehofft, die es dem 23-Jährigen ermöglichen könnte, wieder an einem regulären Trainingsbetrieb teilzunehmen.

Dazu waren in erster Linie der FC Bayern oder der 1. FC Nürnberg, wo Breno 2010 für ein halbes Jahr kickte, vorgesehen.

Auf der Jahreshauptversammlung am 15. November hatte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge noch gesagt: "Es ist unser aller Wunsch, dass er schnell wieder aus dem Gefängnis entlassen und vielleicht begnadigt wird, damit er wieder in die FC-Bayern-Familie kommen kann."

Breno im Gefängnis beliebt

Breno sitzt derzeit wegen schwerer Brandstiftung eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten ab. Breno hatte sein Mietshaus in Grünwald angezündet.

Derzeit läuft allerdings eine Verfassungsbeschwerde, die zur vorläufigen Haftentlassung führen könnte. Ob Breno danach wieder bei einem Profiverein mittrainieren kann, soll sich laut dessen Anwalt Steffen Ufer in den kommenden zwei bis vier Monaten entscheiden.

Laut Ufer habe sich Brenos Verfassung im Gefängnis stetig verbessert, er sei dort sehr beliebt und habe auch seine Deutschkenntnisse auffrischen können. Zudem gestattet die Staatsanwaltschaft dem ehemaligen Abwehrspieler jetzt schon, sich ab und an in der Praxis von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt am Knie behandeln zu lassen.

 

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