In Udes Partykeller Zum 90. Geburtstag: Ein Fest für Ponkie

Ponkie mit ihren Kindern, Enkeln und der (bislang) einzigen Urenkelin des Clans. Foto: Daniel von Loeper

Am Samstag wurde unsere AZ-Kritikerin Ponkie 90 Jahre alt – die Udes luden sie und etwa 100 Gäste in ihren Partykeller ein.

 

Seinen Auftritt beim Verein „Zusammen Aktiv bleiben“ für lebenslustige Rentner hielt Alt-Oberbürgermeister Christian Ude am Samstagvormittag sehr kurz: „Ich muss noch zu einer berufstätigen Dame, die heute ihren 90. Geburstag feiert“, sagte er und sauste in den heimischen Keller, dorthin, wo er und seine Gattin Edith Welser-Ude die Party für AZ-Kritikerin Ponkie ausrichteten.

Fast 100 Personen, viele aus dem Münchner Kulturleben und natürlich der große Ponkie-Clan, ehrten die wohl dienstälteste TV-Kritikerin, die unbeirrt seit sechs Jahrzehnten in der Abendzeitung über das berichtet, was die Menschen vor dem Ferseher aufregt oder anregt.

Hier, im Schwabinger Wohnhaus der Udes, tagt auch der legendäre Damenzirkel, den Edith Welser-Ude vor Jahrzehnten ins Leben rief. Deren Stammgast ist Ponkie neben vielen prominenten Frauen der Stadt. So kamen auch Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die Schauspielerinnen Ilse Neubauer und Gisela Schneeberger zum Geburtstagsfest.

Enge Beziehungen zu Filmschaffenden hat Ponkie in ihrem Berufsleben selten gesucht, aber einige (und deren Werke) schätzt sie doch mehr als andere. So kam auch Regisseur Edgar Reitz („Heimat“) mit seiner Frau, der Sängerin und Schauspielerin Salome Kammer, zu Ponkies Fest.

Für die musikalischen Unterhaltung sorgte neben Jazz-Sängerin Jenny Evans auch Abi Ofarim. Den bewunderte Ude schon, als dieser in den 1960er Jahren knapp 50 Goldene Schallplatten einheimste.

Ein Testlauf für die Pointen gegen Söder

„Hätte mir damals jemand gesagt, dass Abi einmal bei mir im Keller singen würden, ich hätte ihn für verrückt erklärt“, sagte der bestens aufgelegte Alt-Oberbürgermeister, der an Ponkies Ehrentag aber doch mit dem Schicksal haderte: Da er im letzten Jahr in Augsburg die Riegele-Bierkette erhalten hatte, musste er als Preisträger am Samstag eine Laudatio auf seinen Nachfolger halten: Markus Söder.

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In seiner launigen Rede auf Ponkie testete Ude Stunden vor der Augsburger Verleihung schon einmal einige Pointen: „Ich habe dann aber festgestellt, dass die Kette ein Trostpreis ist für Leute, die sich eingebildet haben, Ministerpräsident werden zu wollen“, scherzte Ude. Ponkies Gästen gefiel der Spott. In Augsburg sollen später nicht alle Udes Humor geteilt haben.

Ponkie aber blieb auch an ihrem Ehrentag der in sich ruhende Pol in sehr vergnügter Atmosphäre. Das liegt aber nicht am fortgeschrittenen Alter unserer TV-Kritikerin, sondern an ihrem Charakter: Selber im Mittelpunkt eines großen Fests zu stehen, ist so gar nicht Ponkies Vorliebe. Sie ist viel lieber die Frau, die mit großer Brille auf die TV-Welt schaut und sie dann mit Witz, Lust und scharfem Verstand auseinandernimmt.

 

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