Im Gespräch mit der AZ TSV 1860: Olaf Bodden erinnert sich an seine Tore und Sechzigs Glanzzeiten

Beim Torjubel: Stürmer Olaf Bodden bejubelt einen Treffer im Trikot des TSV 1860. Foto: imago/MIS

Nach dem Durchmarsch des TSV 1860 in die Bundesliga mischte auch Ex-Torjäger Olaf Bodden mit, als die Löwen unter Kult-Trainer Werner Lorant in den Neunziger Jahren für Furore sorgten. "Wir durften die zweitbeste Phase in Sechzigs Vereinshistorie prägen"

 

München - Wer erinnert sich nicht an die vorerst letzten Glanzzeiten des TSV 1860 in der Bundesliga: Im Jahre 1994 gelang dem vorherigen Zweitliga-Aufsteiger unter Cheftrainer und Schleifer Werner Lorant der Durchmarsch ins Fußball-Oberhaus. 1994/95 heuerte Hansa Rostocks Sturm-Hüne Olaf Bodden bei den Blauen an und schaffte nicht nur den angestrebten Klassenerhalt.

"Ich denke sehr gerne daran zurück. Wir durften die zweitbeste Phase in Sechzigs Vereinshistorie prägen", erklärt Bodden im Gespräch mit der AZ und schildert seinen Werdegang, bis ihn Kult-Trainer Werner Lorant nach Giesing holte: "Ich bin ja mit 19 Jahren noch bei der SG Hasselt in der Kreisliga herumgedümpelt. Über Hansa Rostock kam ich nach dem Aufstieg zu Sechzig, nachdem ich den Löwen bei einem 4:0-Sieg drei Stück eingeschenkt habe und Werner Lorant auf mich aufmerksam wurde."

Olaf Bodden glänzt mit 14 Saisontreffern

Bodden, der Sechzigs damalige Bundesligajahre als "Segen" bezeichnet, über seine größten Erfolge: "1995/96 hatte ich mit 14 Saisontoren meine beste Zeit. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich zuhause gegen Borussia Dortmund geich doppelt getroffen habe: 66.000 Zuschauer im Olympiastadion, Dortmund wurde in der Saison Meister und lag auch bei uns schon mit 2:0 vorne." Dann kam Bodden und besorgte per Doppelpack den 2:2-Endstand.

Der damalige Torjäger zählt auch seinen Viererpack beim 5:0-Kantersieg im UI-Cup gegen LKS Lods auf, der 1860 die Teilnahme am UEFA-Cup einbrachte: "Er war toll, auch international für 1860 zu treffen." In der Folgesaison, als er nach langer Zwangspause aufgrund seines pfeifferschen Drüsenfiebers ein Comeback wagte, gelang ihm im Mai 1997 beim 3:2 über Arminia Bielefeld ein weiterer Geniestreich: "Da habe ich alle drei Buden geschossen."

Bodden kratzt am Derbysieg gegen FC Bayern

Eine kleine Sensation verpassten Bodden und Co. dagegen einen Spieltag zuvor im Müchner Lokalderby, als Underdog 1860 die großen Bayern um Torhüter Oliver Kahn, Lothar Matthäus und Co. schon am Rande einer Niederlage hatte: "Wir haben schon mit 3:2 geführt, die Bayern waren mit zwei Mann in Unterzahl", erinnert sich Bodden, nachdem Doppelpacker Horst Heldt und Jörg Böhme den TSV in Führung geschossen hatten: "Dann kam Carsten Jancker und hat uns das Ding noch versaut. Ich weiß das deswegen noch so genau, weil das Spiel an meinem Geburtstag stattfand und meine ganze Family zu Besuch war", so Bodden über das damalige Duell vom 4. Mai 1997, "am Ende hat mir der Jancker auch die Geburtstagsfeier vermiest."

Den ersten Derbysieg seit 22 Jahren konnte Bodden Ende November 1999 "leider nur noch von der Tribüne aus verfolgen", seine Karriere musste er im besten Fußballer-Alter von 28 Jahren beenden. Wer weiß - vielleicht hätte der hochgewachsene Mittelstürmer auch den Roten noch einen eingeschenkt.


Das AZ-Geburtstagsinterview mit Bodden über seinen Umgang mit dem Chronischen Erschöpfungssyndrom, seine Gedanken zur Corona-Krise und einen Wunsch, den ihm der TSV 1860 erfüllen könnte, lesen Sie morgen in Ihrer Abendzeitung und auf az-muenchen.de.

 

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