Hybrid im Test Volvo S60 T8: Der US-Schwede mit zwei Herzen

Ein typischer Volvo: Die Front des S60 mit dem Tagfahrleuchten im Thors Hammer-Design. Foto: Rudolf Huber

Beim Volvo S60 T8 arbeiten ein Benziner und ein Elektromotor zusammen. Das sorgt für gute Verbrauchswerte. Aber nur unter einer ganz bestimmten Bedingung.   

 

München - Mit den Plug-in-Hybriden ist das ja so eine Sache. Die einen empfinden sie als hilfreiche Vertreter einen saubereren Mobilität. Die anderen halten sie für eine Mogelpackung zum Steuersparen. Was trifft zu? Dieser Test des Volvo S60 T8 soll das herausfinden. 

Zuerst mal die grundsätzliche Einordnung: Die schicke schwedische Mittelklasse-Limousine ist die erste Volvo-Baureihe ohne Diesel. Neben zwei unterschiedlich starken Zweiliter-Benzinern gibt es den jetzt in den USA gebauten S60 auch als Plug-in mit einer Kombination aus Benziner und E-Motor, der es auf eine Systemleistung von munteren 390 PS bringt.

Der Verbrenner steuert 303 PS zu, das Stromaggregat auf der Hinterachse nochmal 87. Das reicht, um die gut zwei Tonnen schwere Limousine beim Vollgasstart in 4,6 Sekunden auf 100 Sachen zu katapultieren. Bei 250 Sachen ist Schluss, rein elektrisch ist der T8 bis zu 125 km/h schnell.

Volvo S60 T8: Reichweite im Test deutlich kürzer 

Maximal 58 Kilometer Strom-Reichweite gibt Volvo für den Doppelherz-S60 an. In der Praxis werden daraus maximal 30, bei Kälte noch deutlich weniger. Und damit kommen wir auf die eingangs dargestellte Polarisierung in Sachen Plug-in.

Wer zuhause oder am Arbeitsplatz aufladen kann und das dann auch tatsächlich regelmäßig macht, kann damit wirklich eine ziemlich gute Verbrauchsbilanz hinbekommen – die passenden täglichen Entfernungen einfach mal vorausgesetzt. 

Wer aber hauptsächlich auf der Langstrecke als Kilometerfresser unterwegs ist, den E-Boost nur als zusätzlichen Spaßbringer begreift und sich ansonsten weitestgehend aus dem 60 Liter-Tank bedient, kommt genauso von A nach B – aber halt mit deutlich höherem Verbrauch. Über die pauschalen 0,5 Prozent statt des üblichen einen Prozents bei der Dienstwagen-Versteuerung kriegt der E-Verweigerer trotzdem. Ein Dilemma.  

Volvo-Hybrid mit reichlich Platz im Fond 

Wir haben jedenfalls im Test fleißig Strom geladen und so im Idealfall einen Verbrauch von knapp fünf Litern Super und etwa elf kWh Strom je 100 Kilometer zusammengefahren. Wenn der Akku leergefahren war und es eher zügig vorwärts ging, kamen schon mal an die neun Liter Sprit zusammen.

Im Fond ist rundum reichlich Platz - außer nach oben, wegen der abfallenden Dachlinie. Der S60 ist flach, der Fahrer sitzt tief auf angenehmem Gestühl und genießt die straffe Abstimmung des Fahrwerks, die durch die am Testwagen montierten 18-Zöller noch etwas intensiviert wurde.

Der Fond ist rundum recht geräumig, das nach hinten abfallende Dach schränkt allerdings die Kopffreiheit etwas ein. Und im Kofferraum zeigt sich, dass ein zweiter Antrieb einfach seinen Platz braucht – es bleiben nur eher bescheidene 396 Liter fürs Gepäck übrig. 

Sicherheitshelfer typisch Volvo

Ansonsten ist auch am S60 T8 Twin Engine, so der komplette Name, alles Volvo pur. Heißt: reichlich Sicherheitshelfer, Bedienung weitgehend über den zentral platzierten Bildschirm, feine Materialien und gute Verarbeitung.

Übers Design muss man bei der schwedischen Geely-Tochter aktuell auch nicht viel sagen: Die 4,76 Meter lange Limousine ist wie ihre aktuellen Geschwister von den Tagfahrleuchten im Stil von Thors Hammer bis zu den auffällig nach innen gezogenen Rückleuchten ein erfreulicher Anblick. Im Kompaktformat: Wegen der Hybrid-Technik schluckt der Kofferraum nur 396 Liter Gepäck.

Was kostet der Volvo V60 T8?

Beim Blick auf die Preisliste könnte diese Freude allerdings bei manchen Interessenten einen Dämpfer bekommen. Denn der V60 T8 kostet in der feinen Inscription-Variante mit reichlich Luxus schon mal ordentliche 59.000 Euro.

Wer sich wie beim Testwagen noch munter an der Sonderausstattung mit ihren verführerischen Paketen und Feinheiten bedient, kann leicht auf 74.000 Euro kommen.  Lesen Sie auch: Hyundai Kona Elektro im Test: Total normal

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