"Hör endlich auf, uns zu spalten" Auf Sonderparteitag: Bayerischer AfD-Chef attackiert Höcke

Die bayerische AfD traf sich in Greding zu einem Sonderparteitag. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Wegen interner Kämpfe hat die bayerische AfD einen Sonderparteitag abgehalten. In zwei Monaten soll es eine Zäsur geben.

 

Greding - Die tiefen Gräben innerhalb der bayerischen AfD sind auf einem Sonderparteitag am Sonntag offen zutage getreten.

Nur mit knapper Mehrheit beschlossen die anwesenden AfD-Mitglieder bei ihrem Treffen im mittelfränkischen Greding, zwei Anträge auf eine vorgezogene Neuwahl des Landesvorstands nicht weiterzuverfolgen. Der Vorstand soll nun Mitte September komplett neu gewählt werden.

AfD in Bayern tief zerstritten

Der Sonderparteitag musste nach heftigen und andauernden internen Streitigkeiten auf Druck von Teilen der AfD-Basis einberufen werden. Inhaltlich tobt seit langem ein Streit zwischen Anhängern des rechtsnationalen "Flügels" der Partei um den Thüringer Landeschef Björn Höcke und eher gemäßigten Kräften.

Hinzu kommen anhaltende Querelen innerhalb der Landtagsfraktion und auch innerhalb des Landesvorstands sowie Streit über Finanzen und Personalien.

AfD-Landeschef Sichert selbst umstritten

AfD-Landeschef Martin Sichert, der selbst heftig in der Kritik steht, rief die Partei zu Geschlossenheit auf. Einigkeit sei der Schlüssel zum Erfolg, sagte er. "Es gibt nur einen, der uns aufhalten kann, und das sind wir selbst." Sichert griff dabei den Thüringer Landeschef Höcke scharf an: Dieser solle sich um Thüringen kümmern und aufhören, sich immer wieder in Bayern einzumischen und Abstimmungen in der Fraktion zu beeinflussen: "Hör endlich auf, uns zu spalten."

Tatsächlich ist die Landtagsfraktion tief zerstritten: Für Schlagzeilen sorgten der Fraktionsaustritt zweier Abgeordneter, der versuchte und dann abgeblasene Rauswurf eines dritten Abgeordneten und heftiger Streit über zwei interne Kassenprüfberichte.

Zuletzt gipfelte der monatelange Dauerstreit darin, dass mehrere Abgeordnete eine Anzeige gegen ihre Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner ankündigten, wegen der gezielten Veröffentlichung privater E-Mails. Ebner-Steiner hat bereits angekündigt, sich bei einer Neuwahl des Landesvorstands nicht mehr um einen der Vize-Posten zu bewerben.

 

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