Hochschulleben Zahl der Studenten in Bayern steigt rapide

So leer ist es im Audimax der LMU nur selten. Foto: Johannes Höffler/ho

Mittlerweile sind es fast schon 380.000. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) fordert deshalb mehr Geld vom Bund.

 

München - Die Rechnung mit den Nachwuchs-Akademikern geht im Freistaat nicht ganz auf: „Seit 2008 hat Bayern mit einem Ausbauprogramm über 50 000 zusätzliche Studienplätze geschaffen“, erklärte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) gestern in München.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der eingeschriebenen Studenten aber auch deutlich gestiegen: Zum Wintersemester 2009/10 waren es noch 272 000. „Der Wunsch der jungen Leute, zu studieren, ist ungebrochen“, sagte Spaenle.

Zu Beginn dieses Wintersemesters sind nun etwa 376 600 Studierende an Bayerns Universitäten und Hochschulen immatrikuliert – mehr als 8000 Menschen mehr als im vorigen Wintersemester. Deshalb fordert Spaenle zusätzliches Geld für den Wissenschaftsetat. „Der Bildungsminister ist der natürliche Feind des Finanzministers“, scherzte der Minister. Schließlich rufe sein Ressort ständig nach mehr Geld und neuen Stellen.

Im laufenden Haushaltsjahr sind etwa 4,9 Milliarden vorgesehen für die Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs – früher: Fachhochschulen) und Universitätsklinika; 2014 waren es 4,7 Milliarden. Die Mittel, die durch die Übernahme der Bundesausbildungsförderungsgesetz-Kosten (Bafög) durch den Bund frei würden, wende Bayern „in vollem Umfang für Wissenschaft und Bildung“ auf, versprach Spaenle.

Einer der Schwerpunkte der Wissenschaftspolitik werde der Ausbau der Forschung an den Fachhochschulen zu einem Schwerpunkt der Wissenschaftspolitik machen. „Diesem Thema widme ich dieses politische Jahr“, sagte Spaenle.

Ab 2016 werden Fachhochschulen in zehn kleinen Städten abseits des eigentlichen Standorts (unter anderem Abensberg, Memmingen, Tirschenreuth, und Straubing) neue Studiengänge anbieten – Spaenle nennt das eine „wissenschaftsgestützte Regionalisierungsstrategie“. Man werde allerdings sehen müssen, „ob alle Standorte dauerhaft sind“.

Auch sollen die HAWs keine Unis werden. „Gleichmacherei schadet. Und wir wollen uns sicher nicht auf den Weg zu Gesamthochschulen machen", sagte der Minister.

Eine komplett neue Fakultät ist in Augsburg geplant: ein Universitätsklinikum – das sechste in Bayern – mit den Studiengängen Umweltmedizin und Medizinische Informatik. Im Sommer soll das Gutachten des Wissenschaftsrates vorliegen.

 

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