Hochrisikospiel in Mannheim TSV 1860: Dutzende Löwen-"Fans" wollten Massenschlägerei provozieren

Die Polizei musste am Montagnachmittag eine Schlägerei verhindern. (Symbolbild) Foto: Andreas Gebert/dpa

Der TSV 1860 gab am Montagabend in Mannheim nicht nur auf dem Platz ein schlechtes Bild ab: Wie die Polizei mitteilt, suchten Teile der Löwen-Anhänger offensichtlich Streit - doch auch die Mannheim-Ultras sorgten für Ärger.

 

Mannheim/München - Teile der Anhänger des TSV 1860 benahmen sich bei der Auswärtsfahrt am Montag wohl ordentlich daneben. Nicht nur das leidige Abfackeln von Pyrotechnik ließ den Klub in schlechtem Licht dastehen, auch eine Aktion im Vorfeld der Partie: Laut Mitteilung der Polizei wollte eine 45-köpfige Gruppe von Löwen-"Fans" vorsätzlich eine Auseinandersetzung mit Anhängern von Waldhof Mannheim provozieren.

Löwen-"Fans" suchten Konfrontation mit Mannheim-Anhängern

Die Gruppe stieg demnach vorzeitig aus ihrem Bus und begab sich zur Theodor Heuss Anlage in der Nähe des Stadions, um dort auf die Mannheimer Fans zu treffen. Wie ein Sprecher der Polizei Memmingen gegenüber der AZ erklärte, sollte der Bus eigentlich in einen eigens abgesicherten Bereich geleitet werden - eben um ein Aufeinandertreffen zwischen den verfeindeten Lagern zu vermeiden. Die Einsatzkräfte erkannten die Situation glücklicherweise schnell und konnten die Gruppierungen voneinander trennen.

"Die offensichtlich Streit suchenden Anhänger des TSV 1860 München wurden einer Personenkontrolle unterzogen", heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Dabei wurde sogenannte Passivbewaffnung, also Vermummungsmaterial und Handschuhe, sichergestellt. Außerdem wurden Kleinstmengen an Betäubungsmitteln gefunden. Unter dem Strich stehen 13 Verstöße gegen das Versammlungsgesetz sowie drei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Mannheim-Ultras rauben Löwen-Fans aus

Doch auch die Mannheimer Ultras sorgten am Montag für Ärger. Bereits am frühen Nachmittag gegen 15 Uhr wurden fünf Löwen-Anhänger im Alter von 15 bis 19 Jahren von rund 15 Heimfans abgepasst und unter Androhung von Gewalt zur Herausgabe ihrer Fanutensilien gezwungen. Die Münchner gaben nach und rückten ihre Devotionalien heraus, anschließend ergriffen die Täter die Flucht.

Insgesamt zog die Polizei aber ein positives Fazit. Aufgrund mehrerer Ausschreitungen in der Vergangenheit wurde die Partie im Vorfeld als Hochrisikospiel eingestuft, es waren mehrere hundert Beamte im Einsatz.

 

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