Hilfe in Extremsituationen Pilotprojekt: Drohnen unterstützen bayerische Polizei

Mehrere Drohnen sollen künftig die bayerische Polizei bei ihrer Arbeit unterstützen. Foto: dpa

In einem Pilotversuch für die bayerische Polizei stehen künftig sechs Drohnen bereit. Diese sollen die Ermittler in verschiedenen Situationen unterstützen. Datenschutz spielt dabei eine große Rolle.

 

München - Drohnen sollen stärker als bisher die polizeiliche Arbeit aus der Luft unterstützen.

Mit den Fluggeräten will die Polizei Vermisste schneller finden, Gefahren aufklären und Informationen an Tatorten sammeln. In einem Pilotversuch für die Polizei im Freistaat stehen sechs Drohnen bereit, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag bekanntgab: "Sie schließen eine Lücke zwischen bodengebundenen Einsatzmitteln und dem Polizeihubschrauber. Gerade wenn der Hubschrauber beispielsweise witterungsbedingt nicht starten kann, können wir trotzdem auf wertvolle Aufklärungsergebnisse aus der Luft zurückgreifen."

Testphase über ein Jahr

Bisher gab es für die Ermittler drei Drohnen, die das Landeskriminalamt und Spezialeinheiten nutzten. Nun können alle bayerischen Polizeidienststellen die sogenannten Multicopter zum Einsatz anfordern. Der rund 75 000 Euro teure Drohnentest soll ein Jahr lang dauern.

Wie der Innenminister erklärte, sind alle neuen Systeme mit hochauflösenden Kameras ausgestattet. Außerdem ist die Datensicherheit der Aufnahmen gewährleistet. "Großen Wert legen wir auch auf die umfangreiche Schulung des Bedienpersonals", ergänzte Herrmann.

Drohnen an drei Standorten stationiert

Nach Herrmanns Worten werden die neuen Drohnen bei der Bereitschaftspolizei in Nürnberg, beim Polizeipräsidium Oberbayern Nord am Flughafen Erding und bei den Spezialeinheiten Südbayern in München zentral stationiert. "Jeder der drei Standorte erhält für den Pilottest eine neue und auf die jeweiligen Bedürfnisse speziell zugeschnittene hochmoderne Polizeidrohne", kündigte Herrmann an.

Koordiniert wird der Drohneneinsatz von der eigens eingerichteten Arbeitsgruppe 'Multicopter'.

Schon seit 2015 verfügt die Polizei im Freistaat über unterschiedliche Drohnen. Manche waren beim G7-Gipfel in Elmau einsatzbereit. Mit Kameras ausgestattet sollten sie damals vor allem zur Überwachung aus der Luft dienen. Bei Demonstrationen dürfen Drohnen aus Datenschutzgründen nicht eingesetzt werden. Derzeit schickt das Landeskriminalamt Drohnen auf Vermisstensuche - von den Fliegern aus werden Handysignale geortet.

 

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