Heulende Sirenen sind out Stadt warnt vor Katastrophen jetzt per Handy

Wer sich einmal registriert hat, bekommt Warnmeldungen automatisch. Auch München nutzt jetzt KATWARN. Foto: dpa

Heulende Sirenen an Gebäuden sind in München von gestern. Die Stadt warnt und informiert bei Katastrophen, Unglücken oder Großbränden künftig außer über die Medien auch direkt per Handy. Die neue App namens "Katwarn" kann sich jeder kostenlos herunterladen.

München -
Sei es, dass bei Bauarbeiten mal wieder eine Bombe aus dem Krieg zu explodieren droht, sei es, dass nach einem Brand giftige Rauchschwaden über die City ziehen oder sich eine Hagelfront den Stadtgrenzen nähert – seit gestern kann die Stadt München die Bevölkerung bei Unglücksfällen, Katastrophen oder auch Pandemien blitzschnell per Handy warnen und wichtige Verhaltenstipps geben.

Die App mit dem Namen „Katwarn“ gibt’s kostenlos für iPhones und Android-Smartphones. Aber auch Benachrichtigungen per SMS oder Mail sind möglich.
Als vor zwei Jahren die „Schwabinger Bombe“ nicht nur die „Schwabinger Sieben“ wegzusprengen drohte, war der Informationsbedarf der Münchner riesig. Welche Häuser werden evakuiert, welche Straßen gesperrt? Wie verhält man sich jetzt richtig? Allein die Facebook-Seite der Münchner Berufsfeuerwehr hatte in diesen Tagen 210 000 Zugriffe.

„Von solchen Zahlen kann man als Politiker nur träumen“, scherzte Oberbürgermeister Dieter Reiter, als er das neue Warnsystem gestern in der Feuerwache 3 im Westend zusammen mit Barbara Schick von der Versicherungskammer Bayern, Ortwin Neuschwander vom Fraunhofer-Institut Fokus und Feuerwehrchef Wolfgang Schäuble in Betrieb nahm. „Ich hoffe, dass die Münchner ‘Katwarn’ intensiv nutzen. Gleichzeitig hoffe ich natürlich für uns, dass es möglichst selten zum Einsatz kommt.“

„Katwarn“ wurde im Auftrag der öffentlichen Versicherer vom Fraunhofer-Institut entwickelt. Seit 2011 ist es in Deutschland im Einsatz. Darunter in den Landkreisen Aschaffenburg, Deggendorf und Altötting sowie in Hamburg und Berlin.
Die Stadt München kostete die Anschaffung einmalig 15 000 Euro, dazu kommen rund 3000 Euro jährlich für die Versendung von SMS. Die Nutzer müssen sich nur einmalig anmelden, und damit ihre Zustimmung geben, dass ihre Daten genutzt werden dürfen. Dann kann die App erkennen, ob man sich mit seinem Handy in gefährdeten Gebieten aufhält. Sogar postleitzahlengenau. Bis zu drei Gebiete können eingestellt werden. Auch die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes landen automatisch auf den bei „Katwarn“ angemeldeten Handys.

Die Warnmeldungen werden von der Katastrophenschutzbehörde in Abstimmung mit der Feuerwehr oder der Rettungsleitstelle ausgegeben.
Zum Oktoberfest, das am 20. September startet, wird es zudem erstmals eine eigene Benutzergruppe für die Wiesnwirte, Budenbesitzer und Fahrgeschäft-Betreiber geben. Sie sollen mit der „Katwarn“-App gezielt zum Beispiel vor Unwettern gewarnt werden. Läuft alles glatt, könnte „Katwarn“ im kommenden Jahr auch Wiesnbesucherströme per App umleiten, zum Beispiel, wenn U-Bahnhöfe heillos überfüllt sind.

Die App gibt es über den App Store bzw. Google Play Store.
Möchten Sie per SMS informiert werden? Dann schicken Sie eine SMS an 0163-7558842 mit dem Text „KATWARN xxxxx“, aber geben Sie statt xxxxx die gewünschte Postleitzahl an. Möchten Sie auch per Mail informiert werden, fügen Sie nach der Postleitzahl mit einem Leerzeichen noch Ihre Mailadresse an. Unter www.katwarn.de bzw. www.katwarn.de/app  finden sie eine Übersicht, wo das System aktiv ist.

 
 

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